Future of Work
Der Talk im Video

Was sind die Anforderungen der Wirtschaft an die Bildung von morgen?

Der Arbeitsmarkt von morgen wird von völlig anderen Anforderungen an Kompetenzen geprägt sein wie bisher

Die imc feiert in diesem Jahr ihr 25jähriges Firmenjubiläum. Im Zuge der Feierlichkeiten kamen in einer Podiumsdiskussion Kunden sowie Mitarbeitende der imc zu Wort. Unter dem Motto „Digitale Bildung - Erfolgsmodell Made in Saarbrücken" ging es einerseits um die Erwartungshaltung der Wirtschaft an die Bildung von morgen, andererseits um die Rolle der digitalen Weiterbildung bei der Bewältigung des Fachkräftemangels.

 

An der Podiumsdiskussion teilgenommen haben Sven R. Becker und Dr. Wolfram Jost, beide im Vorstand der imc, Marina Thompson, Head of Public Services bei der imc sowie Michael Temme, Manager für Innovationsprojekte bei Mercedes-Benz Global Training.

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imc Gründer Prof. August-Wilhelm Scheer über neues Lernen

imc-Gründer Prof. Dr. Dr. h.c. mult. August-Wilhelm Scheer ließ bei der offiziellen Feier wesentliche Erfolgsfaktoren der Unternehmensgeschichte Revue passieren und betonte:

„Der Arbeitsmarkt wandelt sich schnell, auch der Bedarf an digitalen Kompetenzen in Unternehmen wächst rasant. Als wir 1997 gestartet sind, hatte ich die Vision, Lernen durch Digitalisierung neu zu gestalten und so auch Lerninhalte orts- und zeitunabhängig verfügbar zu machen. Für mich und die imc AG ist dieses Jubiläum ein Meilenstein auf einem Zeitstrahl und zugleich ein Zeichen dafür, dass wir es geschafft haben, die Art und Weise zu verändern, wie Menschen heute lernen und Lernen erleben.”

 

25 Jahr Pressefoto_Scheer
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Lernkultur ist der Nährboden für Learning Ecosystems

„Heute keine Termine, ich lerne“, kann ich das schreiben, ohne komische Blicke zu ernten? Das zu schaffen, ist eine zentrale Aufgabe moderner Unternehmen. Lernen und Weiterbildung müssen raus aus der Schublade „notwendiges Übel“ oder „Seminar als Benefit“ und als zentraler Bestandteil in der Firmenkultur verankert werden.

imc move

New Work bei imc: Die neue Arbeitskultur von morgen gestalten

Im Interview zeigen wir, wie New Work bei imc aussieht und wie eine gemeinsame Arbeitswelt mit bestmöglichen Ergebnissen für alle gestaltet wird.

KONTAKT

Ich bin seit 2021 Teil des imc Newsroom Teams. Als Journalistin schlägt mein Herz für Content und Storytelling.  

Ich finde es spannend zu beobachten, wie sich E-Learning und Digitalisierung auf die Arbeitswelt auswirken. 

Mein Ziel ist es keinen Trend zu verpassen und Inhalte zu kreieren, über die man spricht.  

Privat liebe ich es zu reisen und Tapas zu essen.  

 

Themen: E-Learning Trends, Corporate Social Responsibility, Press and Influencer Relations, New Work 

 

 

Nina Wamsbach
Communications Manager
Learning Ecosystems
Die Lern-Experience der Zukunft

Lernkultur ist der Nährboden für Learning Ecosystems

Warum Lern -Ökosysteme mehr Raum und vor allem mehr Zeit brauchen

Wenn Mitarbeitende nach passenden Lernressourcen suchen, haben sie oftmals eine Vielzahl von Inhalten und Formaten zur Auswahl. Den Lerninhalt zu finden, der zum eigenen Bedarf passt, kann somit oft mühsam und ineffizient sein.

Technisch ist dieses Problem lösbar. Ein Learning Ecosystem verbindet mehrere Lernplattformen miteinander und bereitet die Formate und Inhalte übersichtlich im sogenannten Learning Portal auf.

 

Lern-Ökosysteme gibt es bereits. Vor allem bei großen Unternehmen. Basis ist oft ein Learning Management System (LMS), das um Plattformen und Tools erweitert wird zu einem Ökosystem und dann sowohl interne als auch externe Quellen bei den Suchanfragen berücksichtigt.

Doch was bringt die fortschrittlichste technische Lösung, wenn sie vom Lernenden nicht angenommen wird? Um das zu erreichen, muss man die Lernkultur in Unternehmen und Organisationen zukunftsfit machen.

gamification

„In der Zukunft sollten persönliche und berufliche Weiterbildung Hand in Hand gehen“

Ein Learning Ecosystem wächst nicht durch das Hinzufügen von Inhalten, sondern wird durch Tools und Systeme erweitert. Im Klartext bedeutet das, ich öffne mein LMS und integriere fremde Plattformen mit fremden Inhalten, damit daraus ein Ökosystem wachsen kann. Aber das muss man sich trauen!

 

Was passiert, wenn Unternehmen sich trauen die Kontrolle über ihr Lernsystem abzugeben? „Die Verantwortung geht über an die Mitarbeitenden,“ sagt Sven R. Becker, Vorstand der imc. „Bisher wird Corporate Learning in den meisten Fällen von den Führungsspitzen diktiert und hat somit einen regulatorischen Charakter. Die Erfahrung zeigt aber: damit Unternehmen erfolgreich sind, müssen Lernende stärker eingebunden werden. Eine Transformation der Lernkultur kann also nur aus der Mitarbeiterschaft heraus entstehen. Das erfordert ein Umdenken, sollte aber ganz klar das Ziel sein.“

lerner umgeben von daten

Personalisierte Lernpfade können eine Lösung in der Umsetzung sein, um gezielter auf individuelle Bedarfe einzugehen: „In der Zukunft sollten persönliche Weiterbildung und berufliche Weiterbildung Hand in Hand gehen. Unterschiedliche Lernsysteme und Abschlüsse müssen automatisch gesammelt und hinterlegt werden,“ so Andreas Pohl, Director Research and Development bei imc, „So können passgenaue, persönliche Lernerprofile erstellt werden, die das Lernen über die Grenzen einer bestimmten Organisation hinaus ermöglichen.“

Learning Ecosystem

INFO

In einer optimalen Lernumgebung erzielen Unternehmen größere Lernerfolge, haben eine erleichterte Adminis­tration und mehr Flexibilität.

Ein Learning Ecosystem kann eine optimale Umgebung schaffen, indem Technologie, Inhalte und Strategie miteinander verknüpft werden.

Akzeptanz und Motivation sind der erste Schritt

„Heute keine Termine, ich lerne“, kann ich das schreiben, ohne komische Blicke zu ernten? Das zu schaffen, ist eine zentrale Aufgabe moderner Unternehmen. Lernen und Weiterbildung müssen raus aus der Schublade „notwendiges Übel“ oder „Seminar als Benefit“ und als zentraler Bestandteil in der Firmenkultur verankert werden. Eine Möglichkeit ist Weiterbildung in den persönlichen Zielen der Mitarbeitenden festzuhalten – ja sogar als Unternehmensziel zu definieren.

sven r becker
Es muss klar sein, dass ich nicht für mein Unternehmen lerne, sondern für mich und meine ganz persönliche Entwicklung.
Sven R. Becker
Vorstand
imc AG

Die Motivation, ein Learning Ecosystem auch zu nutzen, kann man durch gute Inhalte steigern, weiß Sven R. Becker, Vorstand der imc: „Ein Trend, der hier immer noch andauert, ist ganz klar Gamification. Aber das allein reicht nicht mehr, um die neue Generation der Talente zu überzeugen. Man braucht mitreißende Aktionen und Formate. Wichtig ist, dass der Mix stimmt. Eine gute Blended Learning Experience zeichnet sich dadurch aus, dass sie abwechslungsreich und außergewöhnlich ist. Großartige Stories bleiben im Gedächtnis und motivieren zum Weitermachen.“

Um ein Learning Ecosystem auch nutzen zu können, brauchen Mitarbeitende Zeit und Raum für Kreativität

Unternehmen, wie zum Beispiel microsoft, haben bereits gute Erfahrungen mit der Einführung von Learning Days, Learning Time oder Lernauszeiten gemacht. Auch die Ernennung sogenannter Lernbotschafter hat sich bei einigen unserer Kunden bewährt. In der Automobilbranche gibt es bei einigen Firmen Transformationslotsen, die das Vertrauen der anderen Beschäftigten genießen und so helfen können ein Bewusstsein für berufliche Weiterbildung zu schaffen.

girl with smartwatch

Sven R. Becker ist sich sicher, der stärkste Ambassador ist der schärfste Kritiker einer Sache: "Wenn man den „umdrehen“ kann, der eigentlich am meisten dagegen ist, hat man den größten Multiplikator im Unternehmen." Auch einige Kunden der imc konnten mit dem Modell der Lernbotschafter schon gute Erfolge erzielen, so Becker.

 

Zeit- und ortsunabhängiges Lernen vereinfacht darüber hinaus den Zugang zum System. Deshalb sollte es auf mobilen Endgeräten genauso verfügbar sein, wie am Arbeitsplatz.

User Generated Content -schnell und einfach, von der Erstellung bis zur Veröffentlichung

Ein Ökosystem wächst kontinuierlich weiter. Eine gute Möglichkeit Inhalte und Wissen direkt von der Expertise aus den Unternehmen einzupflegen sind sogenannte Authoring Tools, mit deren Hilfe jeder sein Wissen teilen kann.

So wird der Lernende selbst zum Wissensvermittler und übernimmt eine verantwortungsvolle Rolle innerhalb des Systems, was sich wiederum auf die Motivation auswirkt.

user generated content

Technisch ist das alles machbar. Nun muss es nur noch in die Köpfe! Das klingt nach einer Mammutaufgabe, aber ein paar erste, wichtige Schritte für Unternehmen fassen wir hier nochmal zusammen:

 

  • Mutig sein und das Learning Ecosystem erweitern
  • Akzeptanz für Weiterbildung schaffen
  • Learning Experience mit motivierenden Inhalten schaffen
  • Zeit zum Lernen bereitstellen
  • Mitarbeitende die Learning Experience mitgestalten lassen
  • Ausprobieren und Mut zum Scheitern
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Im Universum eines Learning Ecosystems

Um ein Lern-Ökosystem oder Learning Ecosystem im Unternehmen erfolgreich aufzubauen, müssen die technischen Voraussetzungen stimmen. Wir verraten, welche Stolpersteine es zu vermeiden gilt und wie Mitarbeitende optimal eingebunden werden.

Future of Work Paneltalk: Wie New Work nach einer neuen Lernkultur ruft

Im "Future of Work"- Talk diskutieren wir mit Vorreitern und Visionären über die Herausforderungen und neue, spannende Möglichkeiten, die der Wandel der Arbeitswelt mit sich bringen. Dieses Mal zu Gast: Jan Krellner von T-Systems, Manuel Schmidt von Festo SE, Susanne Müller von der BDA (Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände) und Sven R. Becker von der imc.

The Future of Work is now

Future of Work ist eine Artikel- und Talkreihe für alle, die den Wandel der Arbeitswelt mitgestalten wollen.

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Ich bin seit 2021 Teil des imc Newsroom Teams. Als Journalistin schlägt mein Herz für Content und Storytelling.

 

Ich finde es spannend zu beobachten, wie sich E-Learning und Digitalisierung auf die Arbeitswelt auswirken. Mein Ziel ist es keinen Trend zu verpassen und Inhalte zu kreieren, über die man spricht.

Privat liebe ich es zu reisen und Tapas zu essen.

 

Themen: E-Learning Trends, Corporate Social Responsibility, Press and Influencer Relations

Nina Wamsbach
Communications Manager
Future of Work
Panel Talk

The Future is Now – wie New Work nach einer neuen Lernkultur ruft!

Wie entwickelt man die Mitarbeitenden von heute auf die Jobprofile von morgen?

Im "Future of Work"- Talk diskutieren wir mit Vorreitern und Visionären über die Herausforderungen und neue, spannende Möglichkeiten, die der Wandel der Arbeitswelt mit sich bringen.

 

Dieses Mal zu Gast: Jan Krellner von T-Systems, Manuel Schmidt von Festo SE, Susanne Müller von der BDA (Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände) und Sven R. Becker von der imc.

 

Das Thema unseres ersten Talks lautet "The Future is Now: wie New Work nach einer neuen Lernkultur ruft!"

Hier findet ihr einige Highlights und Zitate der Diskussion sowie die komplette Aufzeichnung. Viel Spaß beim Anschauen!

 

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New Work und Lernkultur: Eine gesellschaftspolitische Frage?

In einer Sachen waren sich am Ende alle einig: In Zukunft wird eine neue Lernkultur vor allem eine gesellschaftliche Aufgabe sein. "Wenn wir als Land weiter erfolgreich sein wollen, haben wir gar keine Alternative, als uns zu überlegen: Wie können wir unsere Handwerksbetriebe bei der Digitalisierung unterstützen, damit sie weiterhin so großartige Arbeit leisten können," so Jan Krellner. In seinen Augen müssen die großen Unternehmen sich noch stärker in Gremien und Netzwerken einbringen: "Wir müssen da in Summe denken, das ist unsere große Herausforderung."

 

Sven R. Becker würde am liebsten schon früher ansetzen und kritisiert die Digitalisierung an Schulen und Universitäten. „Wir müssen uns vor Augen halten, dass Lehrpläne für zehn Jahre verabschiedet werden.“ Es wurde vielleicht also 2001 einmal festgelegt, was Schüler heute noch lernen. Ist das noch zeitgemäß? Seiner Einschätzung nach ist es bisher auch nicht gelungen Digitalkompetenzen an den Schulen und Universitäten zu implementieren. Die Mammutaufgabe der Zukunft ist es in seinen Augen in der Schule, der Ausbildung und an den Universitäten digitale Grundlagenbildung zu gewährleisten.

 

Lernbotschafter: helfen sie, eine neue Lernkultur in Unternehmen zu etablieren?

Susanne Müller befürwortet das Botschafter-Modell gerade in der Industrie. In der Automobilbranche, so Müller, gibt es Transformationslotsen, die das Vertrauen der anderen Beschäftigten genießen und so helfen können ein Bewusstsein für berufliche Weiterbildung zu schaffen. Wichtig ist es, auf Augenhöhe zu kommunizieren.

 

Doch wie findet man einen passenden Ambassador? Sven R. Becker ist sich sicher, der stärkste Ambassador ist der schärfste Kritiker einer Sache: "Wenn man den „umdrehen“ kann, der eigentlich am meisten dagegen ist, hat man den größten Multiplikator im Unternehmen." Auch einige Kunden der imc konnten mit dem Modell der Lernbotschafter schon gute Erfolge erzielen, so Becker.

 

Bei Festo hat man sich für ein anderes Modell entschieden. Hier werden Lernteams gebildet. „Das heißt wir haben keine expliziten Ambassadors, sondern sagen den Teams, sie sind selbst dafür verantwortlich, abzuleiten, was die Lernstrategie für sie bedeutet, “ so Manuel Schmidt. Die Teams bekommen digital einen Lern-Input, welchen sie dann gemeinsam in kurzen Workshops umsetzen. „So haben wir in gewisser Weise einen informellen Lernprozess forciert und dazu bekommen wir auch überwiegend positives Feedback.“

Zitate der Diskussionsteilnehmer

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Jan Krellner | SVP HR Projects, Transformation & Countries | T-Systems 

 

Seit 2019 leitet Jan Krellner den neu gegründeten Bereich HR Projects, Transformation & Countries bei T-Systems. In dieser Funktion ist er HR Lead mit internationaler Verantwortung für globale HR- Projekte entlang des gesamten Mitarbeitenden-Lifecycles.

 

"Die Schwierigkeit ist nicht mehr Inhalte zu finden, sondern eine echte Motivation fürs Lernen zu schaffen. Wir gehen nicht wie früher irgendwohin, tun etwas und dann haben wir auch etwas gelernt. „Lernen“ ist ständig um uns herum es ist überall. Wir müssen es komplett als stetige Veränderung in unseren Arbeitsalltag integrieren."

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Manuel Schmidt | Learning Innovation & Communication | Festo

 

Seit fast 20 Jahren ist Manuel Schmidt Learning & Development Enthusiast im Festo Konzern. Bereits während des Studiums der Betriebswirtschaftslehre und der Mediendidaktik wirkte er zunächst als Mitarbeiter des Festo Lernzentrums beim Auf- und Ausbau der globalen Lernplattform, dem Festo Learning Campus, mit.

 

"Lernen und Arbeiten verschmelzen. Unsere Eltern konnten sich früher vielleicht auf das was sie in der Schule, in der Ausbildung oder im Studium gelernt haben verlassen. Sie konnten das ihr Arbeitsleben lang anwenden. Das ist heute nicht mehr so. Ich glaube das Learnability, also die Fähigkeit zu lernen, eine der wichtigsten Zukunftskompetenzen im Arbeitsmarkt sein wird."

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Susanne Müller | Stellvertretende Abteilungsleiterin Bildung | BDA (Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände)

 

Susanne Müller ist stellvertretende Abteilungsleiterin Bildung bei der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Schwerpunktmäßig befasst sie sich mit Themen der Weiterbildung, der MINT-Bildung und der Digitalisierung.

 

"Es gibt nicht nur große Unternehmen mit Management. Ein Großteil der Betriebe in Deutschland sind Handwerksbetriebe mit einer Handvoll Mitarbeitern. Viele der Betriebe wissen, es wird sich was verändern, aber was konkret sich verändern wird und wie ihr Geschäftsmodell der Zukunft aussehen wird, das ist vielen noch gar nicht klar!"

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Sven R. Becker | Executive Board | imc AG

 

Sven R. Becker ist seit Januar 2019 Vorstand der imc AG und zählt zu den langjährigen Mitarbeitern des Unternehmens. Besonders am Herz liegen ihm die Unternehmenswerte Kreativität und Mut zur Innovation sowie das gezielte Fördern der Belegschaft.

 

"Wir erleben eine geboostete Transformation, die man in der Geschwindigkeit vielleicht gar nicht haben wollte. Sie hilft uns zwar, aber da ist noch unheimlich viel Nebel. Daher ist für mich das Mitnehmen der Mitarbeiter*innen im Gestaltungsprozess bei der New Work Transformation so wichtig. Früher hatte Corporate Learning einen rein regulatorischen Charakter. Jetzt sind viele Graswurzelbewegungen in Organisationen entstanden und das kann helfen diese Transformation aus der Mitarbeiterschaft heraus zu generieren."

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Kann sich Deutschland seine derzeitige KI-Skepsis leisten?

Künstliche Intelligenz (KI) wird in Deutschland häufig skeptisch betrachtet, allerdings oftmals zu Unrecht. Im Interview mit Kristian Schalter sprechen wir darüber, wie Zukunftstechnologien wie die KI unsere Arbeitswelt verändern werden und weshalb sich Deutschland seine derzeitige KI-Skepsis langfristig nicht leisten kann.

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Digitale Games und Weiterbildung

Kompetenzvermittlung dank digitaler Games? Das geht! Im Interview mit Çiğdem Uzunoğlu klären wir, wie Computerspiele und Weiterbildung zusammen passen und wie sie effektiv eingesetzt werden können.

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Ich bin seit 2021 Teil des imc Newsroom Teams. Als Journalistin schlägt mein Herz für Content und Storytelling.  

Ich finde es spannend zu beobachten, wie sich E-Learning und Digitalisierung auf die Arbeitswelt auswirken. 

Mein Ziel ist es keinen Trend zu verpassen und Inhalte zu kreieren, über die man spricht.  

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Themen: E-Learning Trends, Corporate Social Responsibility, Press and Influencer Relations, New Work 

 

 

Nina Wamsbach
Communications Manager
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Künstliche Intelligenz in der Arbeitswelt

Kann sich Deutschland seine derzeitige KI-Skepsis leisten?

Das Interview mit Kristian Schalter, Director Strategy and Digital Transformation, BDA

„Der Diskurs um die Künstliche Intelligenz (KI) ist in Deutschland von Skepsis geprägt. Das stört mich“

Kristian Schalter ist Director Strategy and Digital Transformation bei der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Auf dem von ihm mit herausgegebenen Blog Futurework.online schreibt der studierte Politik- und Volkswirtschaftswissenschaftler darüber, wie Zukunftstechnologien wie die Künstliche Intelligenz (KI) unsere Arbeitswelt verändern. Im Interview verrät er, weshalb sich Deutschland seine derzeitige KI-Skepsis langfristig nicht leisten kann.

Photo of Kristian Schalter, Director Strategy and Digital Transformation, Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA)
Kristian Schalter, Director Strategy and Digital Transformation, Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA)
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Hallo Herr Schalter. Toll, dass Sie Zeit für unser Interview gefunden haben. Auf Ihrem Blog sprechen Sie sich für weniger Skepsis gegenüber Künstlicher Intelligenz aus. Warum halten Sie das Misstrauen der Deutschen gegenüber KI für ungerechtfertigt?

Kristian Schalter:  Künstliche Intelligenz hat enormes Potenzial, unser Leben besser und unsere Arbeit einfacher zu machen. Dennoch führen wir in Deutschland überwiegend eine Risikodebatte. Das stört mich. Prinzipiell habe ich nichts gegen eine gesunde Portion Skepsis, aber es wird viel übertrieben – vor allem, wenn es um die Zukunft der Arbeit geht. Da hört man viel vom Ende der menschlichen Arbeit, breiter Automatisierung und über massenhafte Jobverluste. Das hat bei technologischem Fortschritt in Deutschland fast schon Tradition. Das größte Risiko, das ich sehe, ist, dass wir in der Entwicklung Künstlicher Intelligenz international den Anschluss verlieren und die Arbeitsplätze der Zukunft nicht in Deutschland und Europa entstehen. Das wäre tatsächlich ein Horrorszenario.

Woher rührt das Misstrauen der Bürgerinnen und Bürger Ihrer Einschätzung nach?

Kristian Schalter: Wenn Sie Berichte über Algorithmen mit einem diskriminierenden Bias oder von Totalüberwachung in China lesen, dann löst das verständlicherweise Misstrauen aus. Negatives bleibt uns eher im Gedächtnis als Positives. Der Begriff Künstliche Intelligenz hilft auch nicht wirklich. Besser wäre – auch wenn das eine spezielle Unterform von KI ist – den Begriff Maschinelles Lernen zu verwenden, denn das passiert tatsächlich. Per se ist KI nichts Positives oder Negatives, sondern ein Mittel zum Zweck. Und den Zweck legen wir Menschen immer noch selbst fest. Gerade deshalb brauchen wir einen klaren Fokus auf das Potential von KI und eine echte Chancendebatte, um zu wissen, wo wir überhaupt in der Entwicklung hinmöchten. Denken wir allein an Bereiche wie Gesundheit oder Mobilität – da steckt so viel Potential drin, von dem wir alle persönlich profitieren können. Was wir nicht wollen, ist doch völlig klar. Gerade deshalb müssen wir in der Weltspitze mitspielen. Nur aus einer Spitzenreiterrolle heraus können wir internationale Standards setzen – auch ethische Standards.

Future of Work Robot

Welchen Rat würden Sie denen mit auf den Weg geben, die sich besser über KI informieren und mit den neusten KI-Technologien in Berührung kommen möchten?

Kristian Schalter: Für Letzteres genügt es, das eigene Smartphone in die Hand zu nehmen. Darin stecken viele KI-Anwendungen, die wir täglich nutzen. In der Navigation, im E-Mail-Postfach, im Webbrowser, im Newsfeed, im Sprachassistenten bis hin zu Filmempfehlungen. Beruflich setze ich mich vor allem mit der Zukunft der Arbeit auseinander. Künstliche Intelligenz unterstützt heute schon Menschen im Beruf auf vielfältige Weise. Beeindruckt bin ich unter anderem von den Industrieprojekten bei Fraunhofer. Diese Projekte sind stets am Puls der Zeit und spiegeln die Unternehmensrealität ausgesprochen gut wider.

Können Sie anhand eines Berufes erklären, wie sich dieser Beruf durch KI verändern wird?

Kristian Schalter: Das prominenteste Beispiel, das häufig genannt wird, ist der Beruf des Radiologen: Eine Künstliche Intelligenz ist in vielen Fällen bei der Analyse von Röntgenaufnahmen und Patientendaten schneller und oft auch präziser als ein Mensch. Der Radiologe wird deshalb aber nicht arbeitslos, er konzentriert sich vielmehr auf andere Aspekte seiner Arbeit – beispielsweise auf das Gespräch mit den Patienten. Mustererkennung lässt sich aber auch sinnvoll in anderen Bereichen einsetzen. Denken wir an die Produktion: In der Qualitätssicherung ist die Erkennung wiederkehrender Muster beispielsweise ein riesiges Thema.

Future of work picture of CT scan

"Eine Künstliche Intelligenz ist in vielen Fällen bei der Analyse von Röntgenaufnahmen und Patientendaten schneller und oft auch präziser als ein Mensch."

Wie wirkt sich die Veränderung der Berufsbilder auf die Notwendigkeit aus, neue Kompetenzen zu erwerben?

Kristian Schalter: Bildung ist das zentrale Thema im digitalen Wandel der Arbeitswelt. Die Vorstellung, dass ich mir mit einer abgeschlossenen Ausbildung oder einem Studium die notwendigen Kompetenzen angeeignet habe, um meinen Beruf bis zur Rente auszuüben, ist unrealistisch. Flexibilität und Anpassungsfähigkeit sind das A und O in der modernen Arbeitswelt, da sich die Anforderungen an meinen Beruf ständig verändern. Der Begriff „lebenslanges Lernen“ umschreibt trotz seines für meinen Geschmack etwas inflationären Gebrauchs im Grunde perfekt, was notwendig ist: Mitarbeiter müssen in jeder Phase ihrer beruflichen Laufbahn bereit sein, sich neues Wissen anzueignen. Hier tun sich viele noch schwer.

Jetzt andersherum gefragt: Kann KI Berufstätige beim Kompetenzerwerb unterstützen und wenn ja wie?

Kristian Schalter: Absolut. Der Vorteil intelligenter Algorithmen liegt ja darin, dass sie mir basierend auf meiner individuellen Qualifikation passgenaue Vorschläge liefern können. Das kann zum Beispiel helfen, individualisierte Weiterbildungsangebote zu erstellen. Auf der anderen Seite unterstützt KI auch on the job. Smart Glasses können Mitarbeiter durch Augmented Reality, also der Projektion digitaler Bilder in ihrem Sichtfeld, bei der Durchführung von Tätigkeiten unterstützen. Da gibt es zahlreiche Möglichkeiten.

Auf welche Weise könnten aus Ihrer Sicht der menschliche Dozent und eine KI bzw. ein „Roboterlehrer“ optimal zusammenarbeiten, um Lerninhalte zu vermitteln?

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Kristian Schalter: Der Mensch hat einzigartige Fähigkeiten, die kein Roboter der Welt ersetzen kann. Ein guter Lehrer zeichnet sich neben fachlichem Wissen ja gerade durch Empathie und soziale Kompetenzen aus. Wir alle hatten diesen Lehrer, der zwar fachlich ein Genie gewesen sein mag, aber im Umgang mit jungen Menschen nicht die beste Figur gemacht hat. Und wir alle hatten diese Lehrerin, die Begeisterung für ein Fach auslösen konnte und möglicherweise prägend für unsere weitere Entwicklung war. Ein Lob eines Computers wird nie dasselbe in uns auslösen wie das Lob eines Menschen. Gleichzeitig können Computer besser Daten verarbeiten und zum Beispiel das optimale Lerntempo oder den Nachholbedarf eines Schülers oder einer Schülerin erkennen und so maßgeschneiderte Lerninhalte vorschlagen. Da ist also viel Potential, auch wenn es darum geht, Lehrerinnen und Lehrer zu entlasten. Wir müssen aber auch lernen, wie man solche Methoden sinnvoll im Unterricht einsetzen kann. Hier stehen wir meiner Ansicht nach noch ganz am Anfang.

Die meisten Menschen beruhigt es, zu wissen, dass KI sie nicht in allem ersetzen kann. Was sind aus Ihrer Sicht Kompetenzen, die den Menschen einzigartig und damit unersetzbar machen?

Kristian Schalter: Wir sollten nicht versuchen, besser zu sein als die Maschinen. Das wird nicht funktionieren. Wir müssen sie als Unterstützung sehen. Und wir sollten uns auf unsere Stärken konzentrieren: Kreativität und emotionale Kompetenzen – also das, was den Menschen von der Maschine unterscheidet.

Sie haben das perfekte Schlusswort gefunden, Herr Schalter! Vielen Dank für dieses spannende Interview.

Ein Besuch auf Futurework.online lohnt sich.

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KI im Corporate Learning

Befürchtungen um das Thema Künstliche Intelligenz (KI) gibt es viele. Aber gerade im Corporate Learning kann KI eine große Hilfe sein. Wir greifen einige Fragen rund um das Thema KI auf und gehen näher auf diese ein.

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KI Learning – „Ihr Roboterlein kommet…“

Gemeinsam mit Wolfram Jost, Vorstand für Produktentwicklung und -strategie bei imc, diskutieren wir ganz ohne Fiktion , was Künstliche Intelligenz bereits kann, was sie (noch) nicht kann und wie sie Lernern hilft, Entscheidungen zu treffen.

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Future of Work ist eine Artikel- und Talkreihe für alle, die den Wandel der Arbeitswelt mitgestalten wollen.

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Ansprechpartner

Ich bin seit 2021 Teil des imc Newsroom Teams. Als Journalistin schlägt mein Herz für Content und Storytelling.
Ich finde es spannend zu beobachten, wie sich E-Learning und Digitalisierung auf die Arbeitswelt auswirken.
Mein Ziel ist es keinen Trend zu verpassen und Inhalte zu kreieren, über die man spricht.
Privat liebe ich es zu reisen und Tapas zu essen.
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Communications Manager
Future of Work
Digitale Games in der Weiterbildung

Computerspiele in der Weiterbildung

Im Interview mit Çiğdem Uzunoğlu, Geschäftsführerin der Stiftung Digitale Spielekultur

„Games haben die Entwicklung von KI-Anwendungen mitgeprägt“

Çiğdem Uzunoğlu ist seit Februar 2018 Geschäftsführerin der Stiftung Digitale Spielekultur. Im Interview wollten wir von der Games Expertin wissen, wie Computerspiele und Weiterbildung zueinander passen und welche Kompetenzen sich mithilfe digitaler Games am besten vermitteln lassen. Außerdem haben wir Frau Uzunoğlu gefragt, auf welche Veränderungen sich Spielefans aufgrund des massiven technologischen Fortschritts im Bereich künstliche Intelligenz künftig einstellen können.

Çiğdem Uzunoğlu
Çiğdem Uzunoğlu, Geschäftsführerin der Stiftung Digitale Spielekultur
future of work robot with gamepad

Hallo Frau Uzunoğlu. Schön, dass Sie Zeit für unser Interview zum Thema (Serious) Games gefunden haben. Auf die Antwort auf unsere erste Frage sind wir besonders gespannt. Haben Sie ein Lieblingscomputerspiel?

Çiğdem Uzunoğlu: Ein absolutes Lieblingscomputerspiel habe Ich nicht. Zurzeit spiele ich unter anderem sehr gerne das Spiel Supertype. Es ist ein simples und gleichzeitig faszinierendes Spiel. Darin können die Spieler vor allem ihre Kompetenzen im Bereich Physik und ihr Abstraktionsvermögen trainieren, indem sie kleine Rätsel lösen.

Das klingt kurzweilig und gleichzeitig anspruchsvoll. Ziel der Stiftung, die Sie leiten, ist es, wirtschaftliche, technologische, kulturelle und gesellschaftliche Potenziale eben solcher anspruchsvollen digitalen Spiele aufzuzeigen. Das klingt ziemlich umfassend und auch recht ambitioniert. Was steckt konkret hinter dieser Mission?

Çiğdem Uzunoğlu: Hinter Games stehen Inhalte, Design-Ansätze und Technologien, die wegweisend für das digitale Zeitalter sind. Für die Anwendung außerhalb der Games-Branche sind diese Komponenten von Games aber bisher kaum erschlossen. Unsere Stiftung möchte das ändern. Wir glauben an eine Gesellschaft, die mithilfe von Games die Digitalisierung gestaltet, dank Gamification neue Wege des Problemlösens beschreitet und digitale Spiele als Bereicherung ihrer kulturellen Identität begreift. In diesem Sinne sehen wir uns als Brückenbauerin zwischen Games-Branche, Gesellschaft und anderen Wirtschaftsbereichen. Wir zeigen Möglichkeiten der Zusammenarbeit auf und schaffen neue Verbindungen zwischen Akteuren aus unterschiedlichen Feldern. Deshalb sprechen wir in Bezug auf unsere Arbeit auch von einem Crossover-Ansatz.

Was macht aus Ihrer Sicht ein wertvolles Computerspiel aus?

Çiğdem Uzunoğlu: Games sind Kulturgüter. Grundsätzlich liegt jedem Spiel ein bestimmter Wert zugrunde, denn es handelt sich ja immer um ein kulturelles Erzeugnis, das unter bestimmten Umständen von bestimmten Menschen erschaffen wird. Bei kommerziellen Produktionen geht es in erster Linie darum, dass die Spiele Spaß machen, faszinieren und fesseln ̶ genau wie bei besonders erfolgreichen Büchern oder Filmen. Natürlich gibt es Spiele, die auf relevante Themen aufmerksam machen oder es sich zum Ziel gesetzt haben, einen bestimmten Inhalt zu vermitteln. Das trifft auf die Spiele zu, die wir als Serious Games bezeichnen. Aber auch ein abstraktes Spiel ohne eindeutige Aussage kann künstlerischen Wert haben.

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"Bei kommerziellen Produktionen geht es in erster Linie darum, dass die Spiele Spaß machen, faszinieren und fesseln ̶ genau wie bei besonders erfolgreichen Büchern oder Filmen."

Gibt es Kompetenzen, von denen Sie sagen würden, dass sie sich nirgends so gut erlernen lassen wie in Games?

Çiğdem Uzunoğlu: Einerseits lehren uns Games generell den Umgang mit Frust und dem Scheitern, da in vielen Spielen langfristig nur Erfolg hat, wer in der Lage ist, aus den eigenen Fehlern zu lernen. Da den meisten Games irgendein System zugrunde liegt, eigenen sie sich auch besonders gut, um Zusammenhänge zu vermitteln: Was bewirkt mein Handeln? Oder: Welche Auswirkungen haben einzelne Änderungen auf einen größeren Prozess? Laut einer aktuellen Studie von PwC setzen Personalverantwortliche, die bereits mit Serious Games arbeiten, die Spiele vor allem beim Training von Soft und Hard Skills sowie der kognitiven Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter ein. Digitale Spiele finden heute zudem verstärkt in der Aus- und Weiterbildung Anwendung. Ihre Interaktivität hilft, komplexe Lernstoffe zu vermitteln sowie Wissen zu festigen.

Welche Einsatzmöglichkeiten und Chancen sehen Sie für Unternehmen, wenn es darum geht, Kompetenzen spielebasiert zu vermitteln?

Çiğdem Uzunoğlu: Games sind für viele Menschen heute der Türöffner zur digitalen Welt. Wenn es um digitale Themen geht, kann man Menschen mit Gamification und Serious Games genau dort abholen, wo für sie der Alltag beginnt. Laut PwC misst über die Hälfte aller Personalverantwortlichen, die bereits Serious Games einsetzen, diesen Spielen einen deutlichen Mehrwert bei. Dasselbe gilt für ihre Kollegen und Vorgesetzten: Der Spaß am Spiel helfe dabei, Arbeitsabläufe besser zu verstehen und zu bewerkstelligen. Zudem könne jeder in seinem Tempo vorgehen und müsse keine Angst vor echten Konsequenzen haben. Gleichzeitig seien die Ergebnisse gut auswertbar und vergleichbar. Das größte Potenzial für Serious Games sehen Personaler deswegen im Ausbildungsprozess.

Sind Computerspiele in der Lage, sich selbst infrage zu stellen? Anders gefragt: Können Computerspiele für eine maßvolle Nutzung digitaler Games sensibilisieren?

Çiğdem Uzunoğlu:  Spiele, die sich selbst auf inhaltlicher Ebene hinterfragen, gibt es schon länger. Der deutsche Titel „Spec Ops: The Line“ dekonstruiert beispielsweise das Bild des heroischen Soldaten und des gerechten Krieges. Im Klassiker „Metal Gear Solid 2“ wird der Protagonist am Ende hingegen mit der Tatsache konfrontiert, dass seine Realität nur eine Simulation ist und er lieber mal „die Konsole abschalten“ sollte. Unabhängig von solchen inhaltlichen Auseinandersetzungen gibt es auch konkrete Mechanismen, die darauf hinweisen, dass eventuell zu lange gespielt wird – zum Beispiel ermüdende Spielfiguren oder entsprechende Texteinblendungen.

Kommen wir nun zum Thema des diesjährigen Wissenschaftsjahres: Künstliche Intelligenz. KI hat einen starken Einfluss auf digitale Formate und Lösungen. Welche Veränderungen bringt die Technologie aus Ihrer Sicht für den Gaming Bereich mit sich und wie schätzen Sie diese ganz grundsätzlich ein?

Çiğdem Uzunoğlu: Künstliche Intelligenz hat in Games schon immer eine entscheidende Rolle gespielt, schließlich treten wir in Spielen gegen den Computer an – sofern es keine menschlichen Mitspieler gibt. Die Games-Branche hat somit die Entwicklung von KI mitgeprägt. Insbesondere bei aufwendigen Produktionen mit großen, lebendigen Spielewelten arbeiten im Hintergrund komplexe KI-Systeme, die auf unsere Interaktionen reagieren. In manchen Spielen können wir auch Beziehungen zu Figuren aufbauen, die vom Computer gesteuert werden. Je nachdem, wie wir im Spiel handeln, verändern sich diese Beziehungen. Auch hier wirken KI-Systeme im Hintergrund.

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Welche KI-basierten Serious Games kennen Sie und wo werden diese bereits erfolgreich eingesetzt?

Çiğdem Uzunoğlu: KI ist bei den meisten Games ein fester Bestandteil des Gesamtwerks genauso wie Grafik- oder Audiodesign. Das ist natürlich bei Serious Games nicht anders. Digitale Spiele reagieren durch Algorithmen auf unser Handeln beziehungsweise unsere Eingaben. Dabei handelt es sich um zumindest schwache KI-Systeme. Innovationen werden hier aktuell vor allem im Bereich großer Unterhaltungsspiele vorangetrieben. Vor einiger Zeit sorgte zum Beispiel der „Herr der Ringe“-Titel „Mittelerde: Mordors Schatten“ für viel Aufsehen. In dem Spiel lernen die KI-Gegner aus jedem Kampf und passen sich dem Verhalten der Spieler an. Sie „erinnern“ sich praktisch an vergangene Begegnungen.

Wo zeichnen sich aus Ihrer Sicht künftige Trends im Bereich KI-basierte Games ab?

Çiğdem Uzunoğlu: Es gibt besonders bei den großen internationalen Spieleproduktionen den Trend, noch realistischere Welten zu schaffen, die von nahezu lebensechten Figuren bevölkert werden. Damit eine Spielfigur möglichst echt wirkt und scheinbar intuitiv auf das Verhalten des Spielers reagiert, braucht es natürlich immer aufwendigere KI-Systeme. Letztendlich geht es also darum, mit Hilfe von KI virtuelle Menschen glaubhaft auf uns reagieren zu lassen.

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"Letztendlich geht es also darum, mit Hilfe von KI virtuelle Menschen glaubhaft auf uns reagieren zu lassen."

Gibt es aus Ihrer Sicht Grenzen beim Einsatz von KI in Computerspielen? Wo sehen Sie diese Grenzen?

Çiğdem Uzunoğlu: Wo die Grenzen verlaufen, wird in der Regel durch die aktuellen technologischen Möglichkeiten – und natürlich das Budget bestimmt. Gerade, was den zuletzt erwähnten Aspekt angeht, ist für die deutsche Games-Branche deshalb auch die Etablierung einer fortwährenden Games-Förderung auf Bundesebene so wichtig. Nur mit entsprechenden Mitteln können deutsche Entwicklerstudios sowohl im KI-Bereich als auch generell bei der Spieleproduktion mit internationalen Standorten mithalten.

Wir sind neugierig auf die anstehenden Projekte Ihrer Stiftung. Welchem fiebern Sie am meisten entgegen?

Çiğdem Uzunoğlu: Zunächst haben wir dieses Jahr mit dem von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien unterstützten Quartett der Spielekultur eine neue Veranstaltungsreihe über die kulturellen Aspekte von Games ins Leben gerufen. Daneben haben wir gemeinsam mit Bildung & Begabung das bundesweite Förderprogramm GamesTalente für Jugendliche gestartet. Im Sinne unserer Rolle als Brückenbauerin werden wir dieses Jahr außerdem auf der gamescom Vertreter*innen diverser Stiftungen sowie eine Gruppe Pädagog*innen über die Messe führen und ihnen die Besonderheiten der Branche näherbringen. Des Weiteren befinden sich bei uns aktuell gleich mehrere, zum Teil bundesweite Projekte mit renommierten Partnern wie der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" in der Antragsphase. Selbstverständlich warte ich hier gespannt auf die Rückmeldungen und Reaktionen.

Vielen Dank für das spannende Interview, Frau Uzunoğlu. Wir werden die Neuigkeiten rund um Ihre geplanten Projekte gespannt mitverfolgen und wünschen Ihnen viel Erfolg bei allem, was Sie sich vorgenommen haben!

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The Future of Work is now

Future of Work ist eine Artikel- und Talkreihe für alle, die den Wandel der Arbeitswelt mitgestalten wollen.

Future of Work Logo

Ansprechpartner

Ich bin seit 2021 Teil des imc Newsroom Teams. Als Journalistin schlägt mein Herz für Content und Storytelling.

Ich finde es spannend zu beobachten, wie sich E-Learning und Digitalisierung auf die Arbeitswelt auswirken.

Mein Ziel ist es keinen Trend zu verpassen und Inhalte zu kreieren, über die man spricht.

Privat liebe ich es zu reisen und Tapas zu essen.

 

Themen: E-Learning Trends, Corporate Social Responsibility, Press and Influencer Relations, New Work

Nina Wamsbach
Communications Manager
Future of Work
Die Arbeitswelt von morgen ist jetzt

Future of Work heißt Corporate Learning neu zu denken

The Future Is Now

In der „Future of Work“-Reihe beschäftigen wir uns mit zukunftsweisenden Technologien und Ideen auf dem Arbeitsmarkt und in der Weiterbildung. Wir wollen den Wandel mitgestalten und heute schon über die Themen von morgen sprechen. Dabei liefern wir euch Impulse, die zum Nachdenken anregen und geben darüber hinaus auch Einblicke in Fallstudien und Erfolgsmodelle, die den Business Outcome in Zukunft positiv beeinflussen.

 

Alle 3 Monate wollen wir zudem mit Vorreitern und Visionären im „Future of Work“-Talk über die Herausforderungen, aber auch über neue und spannende Möglichkeiten diskutieren, die der Wandel der Arbeitswelt mit sich bringen.

THE FUTURE IS NOW
“The future
depends on what you do today.”
― Mahatma Gandhi

Die Arbeitswelt ändert sich und damit auch die Anforderungen an Unternehmen, Organisationen und deren Mitarbeitende. Künstliche Intelligenz, Data Analytics oder Robotics werden in Zukunft eine immer größere Rolle spielen. Wir müssen uns weiterentwickeln und so wird „lebenslanges Lernen“ zum zentralen Bestandteil von New Work.

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E-Learning Inc. Summer Edition Vol.1
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New Work und Corporate Learning – 5 heiße Tipps für den Start in den Sommer

Die Sonne scheint, die Temperaturen steigen und Podcast Maskottchen Schlaufuchs wird es langsam zu warm unterm Pelz. Wir verabschieden unseren Podcast daher im Mai in eine kurzedreimonatige Sommerpause.  

 

Doch keine Sorge! Für alle E-Learning Inc. und Digitalisierungsfans haben wir tief in die Archivkiste gegriffen und für euch die beliebtesten Folgen in der Summer Edition zusammengestellt.  

 

Also nix wie los – Liegestuhl schnappen, dazu ein kühles Getränk und Podcast auf die Ohren. Wir starten mit fünf heißen Tipps rund um das Thema New Work – natürlich Corona-konform. 

Summer Edition Vol.1

Virtuelle Teamarbeit

Malte Beinhauer, HTW das Saarlandes

Macht die Kamera an! Nehmt euch Zeit für Kontext! Gebt Feedback! Diese Tipps gabs bereits vor Corona im Mai 2019 von Malte Beinhauer, Professor für Organisation und Unternehmensführung an der HTW des Saarlandes.Diese Tipps für eine bessere Zusammenarbeit in virtuellen Teams sind nach wie vor gültig und sorgen nicht nur für bessere Vibes, sondern auch für mehr Produktivität.

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Virtuelle Teamarbeit | Gast: Malte Beinhauer

Social Learning

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In Zeiten von Corona, Homeoffice und Remote Work ist das Lernen im Austausch, unterstützt durch soziale Medien, aktueller denn je. Oliver Lorenz, Senior Strategist Digital Learning bei Ernst & Young erklärt, wie Social Learning funktioniert, wie Unternehmen es fördern können und welche Tools sie dafür benötigen. Allen, die momentan zum schnellen Handeln gezwungen sind, liefert er zudem nützliche Quick Tipps zu Social Learning und Social Collaboration.

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Learning Out Loud

Martin Marx, Die Lernfuturisten

Es wird laut! Learning Out Loud (LOL) ist eine kollaborative Lernmethode, die die individuellen Ziele der Lernenden mit den Lernzielen des Unternehmens verbindet. LOL Erfinder Martin Marx gibt wertvolle Insights zu dieser Methodeaber auch zu den Themen User-generated Content und Learner Upskilling.

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Ein Besuch im New Work Fitnessstudio

Nadine Krauss & Jens Springmann, Creaffective

Nicht nur die Jahreswende ging vielerorts mit allerlei guten Vorsätzen einher. Auch zu Corona-Zeiten steht der Wunsch nach mehr Sport auf der Wunschliste. Aber nicht nur Menschen sollten Sport treiben um gesund zu bleiben. Auch Unternehmen müssen trainieren um zukunftsfit zu bleiben. Wer also die eigene Figur sommertauglich bekommen möchte UND Inspirationen sucht, dem empfehlen wir die nächste Sporteinheit mit dieser Folge zu verbinden.

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Ein New Work Fitnessstudio-Besuch | Gäste: Nadine Krauss & Jens Springmann

Sharing is caring – wie Markenbotschafter zum Lernerfolg beitragen

Philipp Schindera, Deutsche Telekom

Von der Theorie in die Praxis. Wer jetzt noch nicht genug hat, dem können wir das Interview mit Philipp Schindera (Leiter der Unternehmenskommunikation, Deutsche Telekom) empfehlen. Wie können Markenbotschafter Wissensweitergabe und Lernerfolg im New Work beeinflussen? Und braucht Social Learning überhaupt Regeln? Philipp teilt seine konkreten Tipps fürs Lernen nach der Prämisse „Sharing isCaring.

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Inspiration und neue Ideen getankt? Perfekt! 

Im Juni geht’s weiter mit unserer nächsten Podcast Summer Edition. Egal ob unterwegs oder daheim auf Balkonien, wir stellen in der nächsten Ausgabe unsere Podcast Lieblinge für den Urlaub vor. Also nicht verpassen.

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KONTAKT

Kontakt

Seit Februar 2019 gehöre ich zur imc Crew. Durch meine facettenreichen Aufgaben bin ich immer in Bewegung. Neben meinen Tätigkeiten rund um Corporate Brand, Marketing- und Kommunikationsstrategien sowie Employer Branding bin ich gerne auch noch operativ unterwegs. Meine Leidenschaft sind Netzwerke und Communities.

 

In der Redaktion vertrete ich daher auch insbesondere unser Markenbotschafterprogramm. Darüber hinaus engagiere ich mich im Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT. Privat sind Reisen, Disney und Interior Design meine große Leidenschaft.

 

Meine Themen: imc Ambassador Program, Brand and Marketing Services, Future of Work, Employer Branding 

 

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Kerstin Steffen
Director Brand Strategy
Digital Job interview
imc on Tour
Wir stellen weiter ein!

imc weltweit auf digitalen Jobmessen

Trotz Corona auf Wachstumskurs: Auch 2020 wächst die imc AG und sucht unter anderem auf (digitalen) Jobmessen nach neuen Mitarbeiter*innen. HR Managerin Melanie Michely verrät im Interview, an welchen Standorten es offene Stellen gibt und was es auch für Auszubildende, Studierende und Praktikant*innen gibt.

INTERVIEW MIT MELANIE MICHELY, HR MANAGER BEI IMC
Hallo Melanie, trotz Corona stellt die imc weiter ein und ist in den nächsten Wochen auf Jobmessen unterwegs, welche sind das?
Melanie Michely

Wir sind in der nächsten Zeit auf zwei Jobmessen vertreten. Zum einen sind wir am 12. November auf der „nextdigital“ in Saarbrücken und zum anderen am 6 - 7. November in Sibiu auf der Karrieremesse „Targul de Cariere“. Beide Messen finden komplett digital statt - die Teilnahme geht also komplett von zu Hause aus und es gibt keinen persönlichen Kontakt.

 

Das funktioniert dann auf der „next digital“ über einen Link auf deren Webseite, wo sich alle Teilnehmer*innen ein Profil anlegen können. Interessiert man sich für ein bestimmtes Unternehmen, findet ein Matching statt und im Idealfall kommt es zu einem ersten Gespräch.

 

In Sibiu funktioniert es ähnlich: Messebesucher*innen können sich ihr persönliches Profil erstellen und sehen eine virtuelle Messe. Wenn sie an einem Unternehmen interessiert sind, können sie mit diesem Chatten und ein intiales Gespräch vereinbaren.

Gibt es außer in Saarbrücken und Rumänien noch weitere offene Stellen bei imc?

Wir haben an mehreren Standorten in Deutschland offene Stellen, neben Saarbrücken suchen wir auch in Essen, München oder Freiburg. Gesucht werden Mitarbeiter*innen im Bereich Entwicklung, Elearning Content oder Consulting.

 

Aber grundsätzlich sind die Stellen in Deutschland ortsunabhängig, d.h. einzelne Stellen werden an mehreren Standorten ausgeschrieben, wie zum Beispiel Jobs im Visual- oder Motion Design. Wir haben aber auch offene Stellen in Österreich, der Schweiz, Australien und in Singapur. Dort werden Jobs im Bereich IT-Support oder im Pre-Sales vergeben.

Wie hat sich dieses Jahr denn generell und auch hinsichtlich der Anzahl an Beschäftigten gestaltet?

Wir haben 2020 unsere Mitarbeiterzahl um 10% gesteigert. Durch die besonderen Herausforderungen dieses Jahr gestaltete sich die Einarbeitung, oder das Onboarding neuer Kolleg*innen anders wie gewohnt. Eine gute Kommunikation ist hierbei extrem wichtig. Generell war es schon eine Umstellung, aber wir nutzen bereits seit längerem Microsoft Teams was hierfür sehr hilfreich war. So können wir miteinander chatten oder Videokonferenzen abhalten. Außerdem bekommen alle neue Mitarbeiter*innen einen eigenen Onboarding-Plan in Confluence, unserem online-Arbeitsbereich, was sehr gut funktioniert.

 

Wir konnten auf Grund unserer digitalen Arbeitsweise dann auch insgesamt schon sehr früh und unkompliziert ins Homeoffice übergehen. An der Art der Arbeit hat sich für uns nicht viel geändert. Wir kommunizieren intern eben jetzt noch mehr digital als zuvor, aber das geht genauso gut von zu Hause aus.

 

Persönlich habe ich für mich herausgefunden, dass Homeoffice mit einem strukturierten Ablauf besser funktioniert. Wenn man sich zusätzlich noch gesund ernährt und auf Pausen achtet, dann kann man auch langfristig gesund im Homeoffice arbeiten.

Wie schätzt du den Trend für 2021 ein, welche Stellen werden weiterhin nachgefragt sein und was müssen Bewerber*innen mitbringen?

Der Trend geht klar bergauf und wir sind sicher, dass wir weiterhin wachsen werden. Bewerber*innen sollten motiviert und lernbereit sein und außerdem über gute Englischkenntnisse verfügen, um bei imc erfolgreich durchzustarten. Generell sollte man ein Interesse an digitalem Lernen und neuen Lerntechnologien mitbringen.

 

Immer gern gesehen sind Initiativbewerbungen. Wir schauen dann, ob die Person und die Qualifikationen grundsätzlich passen würden und können dann darüber sprechen welche Möglichkeiten es gibt. Wir bieten außerdem Ausbildungsplätze, Duale Studiengänge, Werkstudententätigkeiten und Praktikantenstellen an – trotz Corona und auch weiterhin.

 

Wir freuen uns immer auf neue Kolleg*innen und tolle Bewerbungen!

Mehr über imc als Arbeitgeber

Schaut doch in unserem Karrierebereich vorbei, vielleicht ist ja die passende Stelle für dich dabei.

Auch über Initiativbewerbungen freuen wir uns immer!

Kontakt

Ich arbeite seit März 2019 im Marketing & Communication Team der imc. Kommunikation, kreativer Content und Social Media sind meine Leidenschaft.

 

Komplexe Inhalte verständlich zu erklären und damit das Thema eLearning jedem zugänglich zu machen, sind täglich spannende Herausforderungen.

 

Privat liebe ich es zu lesen und reise gerne und viel. Über Feedback oder Anregungen freue ich mich jederzeit unter [email protected]!

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Nadine Kreutz
Communications Manager
lms hot topics
LMS Hot Topics
Thema: Informelles Lernen

Informal Learning:
Der heimliche Held des Arbeitslebens

„Formelles Lernen ist wie Busfahren, informelles Lernen mehr wie eine Fahrradtour“. Was das genau bedeutet und wieso informelles Lernen der heimliche Held im Arbeitslebens ist, hat Nick Petch, Head of Learning Experience and Design Strategy bei imc, kürzlich in einem Webinar erläutert. Wir haben die wichtigsten Fakten und Empfehlungen zusammengefasst.

Ich war letzte Woche endlich mal wieder im Büro. Für mich bedeutet das: Nicht mehr den ganzen Tag zuhause sitzen und vor allem KollegInnen treffen, ohne sich explizit dazu verabreden zu müssen! Ein kurzes Gespräch beim Kaffee oder schnell nach nebenan gehen, um zu fragen, wie es bei Kunde XYZ gerade läuft, statt jedes Mal extra anrufen oder schreiben zu müssen – herrlich!
Von manchen Leuten immer noch als „Zeitverschwendung“ kritisch beäugt, ist ein solcher Austausch jedoch weit mehr als eitles Geplauder – er fällt in die Kategorie des informellen Lernens oder auch "informal learning".

 

INFO

Beim informellen Lernen wird im Unterschied zum formellen Lernen nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt ein vorher definierter Inhalt gelernt, sondern der Lerner erhält eine Information genau in dem Moment, wenn er sie benötigt

(point oder moment of need).

BUS ODER RAD?

Diese Wissensbeschaffung passiert zumeist ohne dass wir weiter darüber nachdenken oder uns des Lernens bewusst sind. Tatsächlich nutzt jeder von uns informelles Lernen ständig: sei es indem wir etwas googlen, jemand eine Teams-Message schreiben, bei Wikipedia nachlesen oder eben zur Kollegin nebenan gehen, um etwas zu erfragen.

Das so erworbene Wissen können wir uns häufig sogar besser merken als etwas, dass wir irgendwann einmal auswendig gelernt haben, da wir die Information unmittelbar verarbeiten und nutzen.

Nick Petch, imc

Nick Petch, Head of Learning Experience and Design Strategy bei imc, beschäftigt sich seit Jahren mit informellem Lernen und bringt das Thema wie folgt auf den Punkt: „Beim formalen Lernen ist es ähnlich wie beim Busfahren. Ich entscheide zwar wo und ob ich einsteige, aber die Entscheidung wohin und wie schnell ich fahre trifft der Busfahrer.

Beim informellen Lernen ist es mehr wie beim Fahrradfahren: Ich selbst entscheide wohin ich über welchen Weg und mit welcher Geschwindigkeit komme und ob ich die Strecke durchfahre oder mir zwischendurch eine Pause gönne.“

Jedoch fehlt es in vielen Unternehmen am nötigen Bewusstsein, dass auch ein solcher informeller Austausch sehr wichtig sein kann. Häufig widmen Unternehmen ihre gesamte Aufmerksamkeit formalen Weiterbildungen. Dass dies nicht zielführend sein kann, zeigen Studien wie die des US-amerikanischen Education Development Center (EDC): Rund 70 % der Kompetenzerweiterungen im betrieblichen Kontext geschehen durch informelles Lernen. Lediglich die restlichen 30 % sind das Ergebnis klassischer Personalentwicklung.

DIE GRETCHENFRAGE

Daher ist es wichtig, eine ausgewogene Mischung aus formalem und informellem Lernen zu finden. Nick Petch führt aus: „Beides muss aufeinander aufbauen. Auch das formale Lernen ist immens wichtig, denn hier lerne ich, wie man überhaupt lernt. Lernen ist eine Fähigkeit, die es Menschen ermöglicht, selbst zu entscheiden, wann und wie sie informelles Lernen einsetzen. Wenn man seine Mitarbeiter weiterbildet, um diese Fähigkeiten zu schärfen, wird das Unternehmen agiler und besser in der Lage sein, flexibel auf Veränderungen oder herausfordernde Zeiten zu reagieren.“

 

Konkret bedeutet das: Unternehmen müssen ihre MitarbeiterInnen darin schulen, möglichst schnell an Wissen zu gelangen und versuchen, dieses zumindest ansatzweise in einem System abzubilden. Denn durch die Dokumentation wertschätzt man das erworbene Wissen einerseits und stellt es andererseits weiteren MitarbeiterInnen zur Verfügung.

 

Um unnötige Log-ins zu vermeiden, empfiehlt es sich Systeme zu nutzen, in die der User sich regelmäßig einloggt, also beispielsweise das Learning Management System (LMS) des Unternehmens. Wird das so erworbene Wissen auch hier wenigstens in Teilen aufgenommen, wird es auch im Profil des Mitarbeiters selbst angezeigt und bei entsprechender Verknüpfung, beispielsweise mit dem internen Wiki, können KollegInnen erfahren, wer ihnen weiterhelfen kann.

 

Genau an dieser Stelle beißt sich die Katze jedoch in den Schwanz: Wie ist es möglich, ein informelles Instrument in formale Strukturen zu überführen?

WETTBEWERBSVORTEIL DURCH WISSENSTRANSFER

Damit die Übertragung gelingt, müssen das Prinzip und die Wertschätzung dem informellen Lernen gegenüber fest in der Unternehmenskultur verankert werden. Es muss eine sogenannte Kultur des „sharing is caring“ geschaffen werden.

Das heißt: das Wissen darf nicht mehr nur zentral bei einzelnen Abteilungen oder einzelnen Personen liegen, sondern muss dezentral verfügbar sein. Eine solche Dezentralisierung kann dann auch den Verlust einzelner MitarbeiterInnen abfedern. Gelingt dies, haben Unternehmen einen enormen Vorteil gegenüber Wettbewerbern.

 

Neben dem Zugang zu explizitem Wissen, also Dokumente, Wikis, Blogs etc. ist das auch der unkomplizierte Zugang zu Kollegen und Fachexpertinnen, die „on demand“, also im Bedarfsfall angesprochen werden können, sehr wichtig. Hierfür können Unternehmen Strukturen wie Communites of Practice, Working out Loud- Circle, Experten-Profile oder beispielsweise in Teams einzelne Kanäle explizit dafür nutzen, die Vernetzung zu steigern.

Uwe Hofschröer, der bei imc für die Startegieberatung zuständig ist, bestätigt: „Das Thema rückt bei den Firmen langsam immer mehr ins Bewusstsein und wir werden häufiger gefragt, wie man Strukturen schafft, die solch einen Wissenstransfer in Unternehmen fördern.“

Eine Möglichkeit sind On the Job Trainings, also das direkte Lernen am Arbeitsplatz mit Hilfe von Kollegen oder durch Tools wie den imc Process Guide, ein elektronisches Performance Support System (EPSS).

Uwe Hofschröer

Entscheidend ist jedoch, dass Unternehmen verstehen, dass es nicht um einzelne Trainings geht, die die Fähigkeit zum informellen Lernen vermitteln, sondern dass Metakompetenzen wie Reflexionsfähigkeit und Lernkompetenz geschult werden müssen.

Damit dies gelingen kann, müssen Unternehmen zunächst eine passende Umgebung schaffen, um informelles Lernen zu fördern. Die wichtigsten Tipps unserer Experten, wie informelles Lernen im Unternehmen sinnvoll zu implementieren ist, lauten:

 

  1. Informelles Lernen im System sichtbar machen
    Geben Sie dem Thema Raum. Motivieren Sie Mitarbeiter, in internen Blogs oder Wikis aktiv zu werden und ihr Wissen zu teilen. Eine weitere Möglichkeit sind regelmäßige Feedback-Runden nach abgeschlossenen Projekten, bei denen die Lessons-learned geteilt und festgehalten werden.

 

  1. Coaching & Mentoring
    Gespräche sind mit die wertvollsten Quellen informelles Lernen. Schaffen Sie daher Möglichkeiten zum regelmäßigen Austausch. Dies kann beispielsweise durch (abteilungsübergreifendes) Coaching und Mentoring geschehen. Finden Sie die „Early Adaptors“, also diejenigen im Unternehmen, die sich auf Neuerungen freuen und diese immer als Erste anwenden. Nehmen Sie diese KollegInnen mit ins Boot, um den Wissenstransfer aktiv zu fördern.

 

  1. Eine offene Lern-Kultur schaffen
    Dieser letzte Rat klingt in der Tat einfacher als er ist und doch ist er essenziell: Fehlt es im Unternehmen an einer offenen Lernkultur und ist die Weitergabe von Wissen nicht fest im Mindset jedes einzelnen Mitarbeiters auf sämtlichen Ebenen verankert, wird es mit dem informellen Lernen schwer.
    Sharing is caring! Dass einzelne Mitarbeiter ihr Wissen wie einen Schatz horten und diesen nicht mit anderen teilen, muss ein no-go sein. Dazu braucht es Vertrauen und eigenständiges Arbeiten miteinander. Flache Hierarchien sind hierbei sehr hilfreich, auch bei der Bildung von Communities of Practise. Ebenfalls hilfreich bei der Bildung einer offenen Lernkultur sind entsprechende Räumlichkeiten, in denen sich Mitarbeiter unkompliziert treffen, austauschen und absprechen können.

Wird im Unternehmen eine solche Lernkultur umgesetzt, erntet sicher auch niemand mehr schiefe Blicke für ein Schwätzchen an der Kaffeemaschine. Dorthin verschwinde ich jetzt jedenfalls mal kurz!

Weitere Informationen

Das gesamte Webinar auf Englisch mit Nick Petch zum Thema Informal Learning finden Sie hier.

Wenn Sie mehr zum Thema Digitale Lernstrategien oder zum Process Guide wissen möchten, schauen Sie gerne auf den entsprechenden Seiten vorbei.

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Nadine Kreutz
Communications Manager
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Welchen Einfluss hat Künstliche Intelligenz (KI) auf Learning Management Systeme? Wo und wie wird sie bereits eingesetzt? Und werden demnächst alle MitarbeiterInnen von Maschinen überwacht?

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Andreas Pohl
Viele Ängste rund um das Thema KI sind unbegründet.
Andreas Pohl
Director Reasearch & Development
imc AG

Befürchtungen beim Thema Künstlichen Intelligenz gibt es viele. Der Verlust sensibler Daten oder ständige Überwachung der MitarbeiterInnen sind nur zwei Beispiele, die auch Lernprofis umtreiben. Andreas Pohl, Software-Experte und KI-Enthusiast bei imc relativiert jedoch: „Viele Ängste rund um das Thema KI sind unbegründet. Es gibt durchaus berechtigte Forderungen um Ethikfragen, die geklärt werden müssen, aber gerade in Hinblick auf unser Learning Management System (LMS) müssen sich die Kunden keine Sorgen machen, dass eine böse KI plötzlich alle Daten stehlen könnte oder ähnliches“.

Um genauer zu verstehen, was KI eigentlich genau kann und wo sie im LMS eingesetzt wird, klären wir zunächst die wichtigsten Begrifflichkeiten und zeigen konkrete Anwendungsbeispiele auf.

MACHINE LEARNING

Was ist Machine Learning?

Der Begriff beschreibt dynamische Algorithmen, die in der Lage sind, eigenständig dazuzulernen. Systeme können so beispielsweise wiederkehrende Muster erkennen, Lösungen entwickeln oder Hinweise geben. Je mehr Daten eingegeben werden, umso genauer werden Vorhersagen.

Allerdings muss der Mensch sehr genau festlegen, was relevanten Daten sind und nach welchen Regeln Datenbestände analysiert und Muster erkannt werden. Der Mensch greift also aktiv in die Analyse der Daten und den eigentlichen Entscheidungsprozess ein.

 

Mehr zum Thema bei Big Data Insider.

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Wozu wird Machine Learning eingesetzt?

Ein typisches Beispiel für Machine Learning Anwendungen sind Bilderkennungsprozesse. Bringt man der Maschine bei, dass ein Dreieck immer drei und ein Viereck immer vier Ecken hat, erkennt das Programm dies. Allerdings müssen sehr genaue Parameter vorgeben werden und entspricht ein Bild nicht ganz genau diesen Angaben, wird es unter Umständen nicht erkannt.

Wo im LMS findet Machine Learning statt?

Ein typisches Beispiel sind automatisierte Empfehlungen nach Amazon-Vorbild: „Dir gefällt A, dann schau dir B an“. Nach genau demselben Prinzip arbeiten Empfehlungsmechanismen, sogenannte „recommendation engines“ in Learning Management Systemen.

Der Lerner wählt den Kurs, den er belegen möchte und erhält basierend darauf weitere Empfehlungen. Diese können auch mit seinem Lerner-Profil, also seiner Position, angestrebten Entwicklung, bereits absolvierten Kursen usw. verknüpft werden.

Je mehr Daten der zu Grunde liegende Algorithmus hat, desto besser werden seine Empfehlungen. Dies ist eine klassische Anwendung des Machine Learnings.

DEEP LEARNING

Was ist Deep Learning?

Deep Learning ist ein Teilgebiet des maschinellen Lernens, bei dem eine Maschine in die Lage versetzt wird, selbstständig und ohne menschliches Zutun ihre Fähigkeiten zu verbessern. Der Mensch hat, im Gegensatz zum maschinellen Lernen, keinen Einfluss auf die Ergebnisse des Lernprozesses und stellt lediglich sicher, dass die benötigten Informationen bereitstehen und Prozesse dokumentiert sind.

Die eigentliche Analyse und die Ableitung von Prognosen oder Entscheidungen erledigt die Maschine selbstständig. Dazu werden neuronale Netze genutzt, die nach Vorbild des menschlichen Gehirns miteinander verknüpft sind. Schließlich ist die Maschine fähig, Entscheidungen auf Basis dieser Verknüpfungen zu treffen. Hierzu wird allerdings eine enorme Menge an Daten benötigt, die beispielsweise in einzelnen Learning Management Systemen nicht vorhanden ist.

 

Mehr zum Thema bei Big Data Insider.

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Wozu wird Deep Learning eingesetzt?

Ein Beispiel ist die schon erwähnte Bilderkennung. Beim Deep Learning erkennt das System nach einer Lernphase alle Drei- und Vierecke automatisch, ohne genaue Parameter vorgegeben zu haben und lernt ständig dazu, wenn es über eine ausreichende Menge an Daten verfügt und kann diese selbst erkennen.

Wo im LMS findet Deep Learning statt?

Grundsätzlich ist der Einsatz von Deep Learning in Learning Managemt Systemen noch sehr schwierig, da ausreichende Menge an Daten fehlen. Anbieter von Lernplattformen müssten Daten verschiedener Firmen gemeinsam auswerten, um bestimmte Muster und Abläufe analysieren zu können. Diese unterliegen jedoch sehr strengen Datenschutzrichtlinien.

 

Ein konkretes Beispiel, bei der Deep Learning Algorithmen zum Einsatz kommen könnten, wäre die Lerntyperkennung. Diese könnte mittels KI wesentlich effizienter als jetzt gestaltet werden, da sie losgelöst von manuellen Eingaben oder Tests funktioniert. Vorlieben und Verhaltensweisen des Lerners könnten automatisch ermittelt und eine Korrelation der daraus resultierenden Lernerfolge hergestellt werden. Rein theoretisch könnte mein LMS also wissen, welcher Lerntyp ich bin und mir dementsprechend den für mich passenden Inhalt empfehlen.

Wie sieht die Realität aus?

Damit das System das vorhandene Wissen, wie die Erkennung des Lerntyps auch zu passenden Empfehlungen nutzen kann, müssten sämtliche Lerninhalte in verschiedenen Versionen, sprich als Text, Graphik, Video, Game oder Audio-Format verfügbar sein.

Diese einzelnen Inhalte zu erstellen, ist allerdings mit enormen Zeit- und Kostenaufwänden verbunden und wird daher in der Praxis bisher selten genutzt. Vor allem in Hinblick auf die Themen Effizienzsteigerung beim Lernen und des Lernens im Bedarfsmoments werden diese Themen jedoch künftig noch eine große Rolle spielen.

FAZIT

Viele Ängste rund um das Thema sind also, zumindest heute, noch nicht wirklich relevant, obgleich es auch beim Thema Lernen und KI zukünftig darauf ankommen wird, ethische Fragen zu Einsatzmöglichkeiten zu klären.

Andreas Pohl fasst zusammen: „Ich denke wir sollten KI als aktive Unterstützung für den Mensch ansehen. Der Mensch muss an erster Stelle stehen und jedes System, muss einem echten Mehrwert für den Kunden bieten; egal ob mit oder ohne KI. Und letztlich kann man sowieso jedes System oder Tool ein- oder abschalten.“

 

Mehr zum Thema KI und wie diese auch im Bereich Onboarding eingesetzt werden könnte, erfahren Sie in einem weiteren Artikel der Reihe LMS Hot Topics.

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