My Digital Onboarding Kit
Wie lässt sich digitales Onboarding erfolgreich umsetzen?

Sechs Module, die Digitales Onboarding zum Erfolg machen

Eine Blaupause für ein effizientes und nachhaltiges Onboarding Konzept

Unternehmen haben unterschiedliche Anforderungen an ihr Onboarding. Sie wünschen sich beispielsweise modulare und zukunftsfähige Konzepte, eine Kosten- und Zeitersparnis gegenüber bisherigen Ansätzen oder die schnelle Befähigung der Mitarbeiter*innen in die Arbeit einzusteigen.

 

Aber nicht nur die Firmen, sondern auch die Mitarbeitenden erhoffen sich etwas von ihrem Onboarding. Daher entscheiden sich viele Personalverantwortliche für ein Lerner zentriertes Onboarding und stellen folgende Bedürfnisse der neuen Mitarbeiter*innen in den Mittelpunkt:

„Ich möchte wissen wie das Unternehmen tickt“, „Ich möchte mich in der Gemeinschaft aufgenommen fühlen“, „Ich möchte meine Skills verbessern“.

 

Um das zu erreichen, muss man für sein Onboarding einen Rahmen schaffen, der Orientierung gibt, emotional verbindet, Kenntnisstände abfragt und Wissen aufbaut.

In diesem Artikel erläutern wir, wie man mit Content und bestehenden E-Learning Inhalten ein digitales Onboarding spannend und kreativ gestaltet, auch ohne ein Learning Management System (LMS).

Die wichtigsten Bausteine exemplarisch erklärt

Unsere Expert*innen erarbeiten immer wieder Konzepte für unterschiedliche Bedürfnisse. Heute wollen wir euch ein „Best Of“ an die Hand geben. Stellen wir uns daher folgende Situation vor: fünf Tage Grundausbildung, die bisher vor Ort stattgefunden haben, sollen digitalisiert werden. Die Teilnehmer*innen sind sehr divers, das bedeutet an diesen Schulungen nehmen nicht nur neue Kolleg*innen teil, sondern auch „alte Hasen“ und zum Teil auch externe Dienstleister. Alle haben unterschiedliche Vorkenntnisse, andere Hardware oder nur eingeschränkten Zugriff auf ein Learning Management System (LMS) oder gar keinen Zugriff darauf.

 

Also wie soll man das unter einen Hut bringen? Die Lösung ist ein strukturierter Rahmen für das digitale Onboarding. Unsere Expert*innen empfehlen mit diesen 6 Modulen ins Rennen zu gehen:

  • Ein zentraler (digitaler) Einstiegspunkt
  • Ein täglicher virtueller Kick Off
  • Die Selbstlernphase
  • Ein virtueller Hands-On Workshop
  • Das Online Quiz
  • Ein Lerntagebuch

Diese sechs Module bilden die Basis, schauen wir uns nun die Elemente im Einzelnen an.

 

Mein Digital Onboarding Kit – die Module im Detail

Der zentrale Einstiegspunkt kann beispielsweise eine browserbasierte Landing Page sein, die speziell für das Onboarding erstellt wird, eine Startseite im Intranet des Unternehmens, eine Portalseite (im LMS) oder ein interaktives PDF. Wichtig ist, dass die Mitarbeiter*innen zu Beginn jedes Onboarding Tages auf einen Blick sehen, was heute ansteht, vergleichbar mit einem modernen Stundenplan. Jeder neue Mitarbeitende braucht Struktur, daher bietet diese Übersichtsseite den notwendigen Überblick.

Portalseite als zentraler Einstiegspunkt

Beim virtuellen Kick Off am Anfang jedes Trainingstages werden Agenda und Ziele für heute gemeinsam mit den Trainer*innen gesetzt und besprochen. Hier sollte der Fokus auf social Onboarding liegen. Es geht darum die Interaktion unter den Teilnehmenden fördern. Unsere Expert*innen empfehlen ein spielerisches Warm Up mit Umfragen, Kennenlernspielen oder Aktivierungsspielen, sogenannten „Energizern“. Warum nicht zu Beginn eine Runde „Ich packe meinen Koffer…“ spielen? Ratsam ist es eine Meeting Netiquette zu haben, in der festgehalten wird, dass die Kameras und Mikrofone anzuschalten sind.

Virtueller Kick Off

In der Selbstlernphase erfüllt jedes Lern-Format ein bestimmtes Ziel. Mit digitalen Performance Cards zum Beispiel, können die Mitarbeiter*innen fokussiert Wissen aufbauen, das sie in Simulationen im Web-Based Training anwenden. Oder bei virtuellen Schnitzeljagden lernen sie das Unternehmen oder das Intranet besser kennen. Außerdem können Unternehmen auf bestehende Trainings zurückgreifen oder individuell aufbereitete und gebrandete Inhalte anbieten. Besonders effektiv ist es den Mix an E-Learning Formaten so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten.

Performance Cards

Im Hands-on Workshop können die Mitarbeitenden, moderiert durch die Trainer*innen, das Gelernte reflektieren, anwenden und offene Fragen klären. Hierzu bieten sich Abstimmungen, Multiple Choice Aufgaben im Gruppenchat oder Whiteboards an.

Den Tagesabschluss bildet das Online Quiz, wie zum Beispiel das BizQuiz. Die Teilnehmer*innen erhalten so Feedback über ihren Lernfortschritt und haben die Möglichkeit, Wissenslücken direkt zu schließen.

Quiz App: Biz Quiz

Mit dem persönlichen Eintrag im Lerntagebuch beendet der Lerner seinen Tag. Hierfür kann man passend zum zentralen Einstiegspunkt eine Seite im Intranet, ein Dokument in der Cloud oder ein Formular hinterlegen, dass jede*r Teilnehmer*in selbst ausfüllt. Dort werden die Kernaussagen aus den Workshops zusammengefasst oder Aufgabenstellungen für die Selbstlernphase formuliert sowie die wichtigsten Erkenntnisse aus den Trainings gesammelt. Das persönliche Lerntagebuch wird somit zum individuellen Nachschlagewerk, in dem man auch nach dem Onboarding immer wieder Dinge nachschauen kann.

Lerntagebuch

GOOD TO KNOW

Trainer*innen Zeit wird automatisch reduziert

Durch den gezielten Einsatz digitaler Lernformate in der Selbstlernphase lässt sich die Trainerzeit reduzieren. Das spart Kosten und Ressourcen. Hält man sich an diese sechs Module, ist die Anwesenheit der Trainer*innen nur bei Kick Off und Workshop erforderlich.

Digitales vs. Hybrides Onboarding – ein Vergleich

Ein digitales Onboarding funktioniert und kann durchaus sinnvoll und ressourcensparend sein. Trotzdem gibt es nach wie vor Onboarding Prozesse, die sich leichter hybrid umsetzen lassen. Vorausgesetzt die Möglichkeit besteht, dass neue Mitarbeiter*innen auch zum Firmensitz reisen können.

 

Eine gute hybride Lösung wäre es zum Beispiel, theoretische Inhalte im Selbststudium online zu vermitteln und konkrete Handlungen, wie die Einarbeitung an Maschinen, anschließend vor Ort durchzuführen. So kann die Präsenzzeit zur Klärung von Fragen und für praktische Übungen genutzt werden.

 

Firmenkultur kennenlernen geht ebenfalls sehr gut analog. Unternehmen können neue Mitarbeitende beispielsweise vor dem ersten offiziellen Arbeitstag zum „Schnuppertag“ einladen. An diesem Tag bietet es sich an, dass anwesende Kolleginnen und Kollegen davon erzählen, wie sie die Werte und Ziele des Firmenleitbilds in ihrer täglichen Arbeit umsetzen. Diese Treffen können auch dazu dienen, Jobstarter emotional abzuholen und fürs Unternehmen zu begeistern.

 

Aus Erfahrung können unsere Expert*innen, daher sagen, dass das eine oder andere per se nicht besser oder schlechter ist. Vielmehr geht es darum abhängig von den Bedürfnissen der neuen Mitarbeiter*innen und den (Lern)Zielen, geeignete Formate auszuwählen und im sinnvollen Formatmix zu verknüpfen.

Für alle die sich auch für Hybrides Onboarding interessieren, haben wir hier noch etwas:

RELATED CONENT

Die wichtigsten Dinge, die man bei einer Digital Learning Journey nicht vergessen sollte

Mit dem richtigen Format-Mix ans Ziel: Wir geben euch sechs Tipps für die perfekte Digital Learning Journey.

Onboarding mal anders

Schon heute kann Onboarding in ein bestehendes LMS integriert werden. Doch die wenigsten nutzen dies. Wir haben einen kleinen Ausflug in die (nahe) Zukunft unternommen, um zu schauen wie ein gelungener Einarbeitungsprozess aussehen könnte.

Die Trends der Weiterbildungsrebellion

E-Learning Punk ist eine Artikel- und Talkreihe für alle L&D Pros, die aus der grauen Masse langweiliger Web-based Trainings herausstechen wollen, und die ihre Lerner mit geilem Content begeistern wollen.

E-Learning Punk Logo

Ansprechpartner

Ich bin seit 2021 Teil des imc Newsroom Teams. Als Journalistin schlägt mein Herz für Content und Storytelling.

 

Ich finde es spannend zu beobachten, wie sich E-Learning und Digitalisierung auf die Arbeitswelt auswirken. Mein Ziel ist es keinen Trend zu verpassen und Inhalte zu kreieren, über die man spricht.

Privat liebe ich es zu reisen und Tapas zu essen.

 

Themen: E-Learning Trends, Corporate Social Responsibility, Press and Influencer Relations

Nina Wamsbach
Communications Manager
E-Learning Punk, Hero Rapid content
Schneller ist besser?
Wie man E-Learning Inhalte (nicht) schnell schnell erstellt

Rapid Content Development: E-Learning-Inhalte schnell erstellen

Warum es nicht immer gut, aber durchaus machbar ist, Lerninhalte zügig zu digitalisieren

… und dann konnte plötzlich die Fortbildung nicht stattfinden. So erging es im ersten Lockdown unzähligen Unternehmen. Die Mitarbeiter mussten geschult werden, doch der Schulungstermin wurde wegen Corona verschoben. Und wieder verschoben. Und nochmal verschoben. Aber die meisten Trainings kann man nicht ewig verschieben oder sogar ersatzlos streichen.

 

Eine pragmatische und schnelle Lösung ist gefragt, denn das Training muss jetzt dahin gebracht werden, wo die Mitarbeiter*innen sind, ins Homeoffice zum Beispiel. Für viele Unternehmen bedeutet das, Lerninhalte müssen schnell digitalisiert werden: Rapid Content Development also. Dieser Trend zeichnete sich schon vor Corona ab, aber durch die Pandemie waren die Technologien, die Rapid Content Development realisierbar machen, umso gefragter.

 

Wir schauen uns in diesem Artikel an, wann man von Rapid Content Development spricht, welche Lerninhalte sich eignen, um schnell digitalisiert zu werden und wo die Gefahren lauern, wenn man den Fokus hauptsächlich auf die Geschwindigkeit legt.

INFO

Definition: Rapid Content Development (RCD) ist ein agiles Modell für die Gestaltung von Lehrsystemen, das eine Vorbereitungsphase, ein iteratives Design, vorlagenbasierte wiederverwendbare Komponenten und E-Learning-Tools für eine schnelle und kostengünstige Bereitstellung umfasst.

Zack zack, aber bitte ohne Qualitätsverlust?!

Alles muss schnell gehen: Fast Food, Coffee To Go, Messenger Services, Online Shopping… Wir haben keine Zeit mehr. Das haben auch Firmen erkannt und wollen mit ihren Trainings up to date bleiben. Immer mehr Wissen soll schnell und auf unterschiedlichen Medien zur Verfügung stehen, qualitativ hochwertig sein und nicht das Budget sprengen.

 

Die Lösung: Rapid Content Development. Aber Achtung! Bei aller Geschwindigkeit sollte nicht die Qualität der Gesamtlernlösung leiden. Lern-Experten, wie Eva Lettenbauer, haben daher immer das große Ganze im Blick.

Eva Lettenbauer, imc

Eva Lettenbauer, Spezialistin für Learning Experience Design

INTERVIEW

Hallo Eva, danke, dass du Dir „schnell“ Zeit für uns nimmst. Wie habt ihr den Hype um Rapid Content Development erlebt letztes Jahr?

Viele Kunden standen gerade zu Beginn der Pandemie vor der Herausforderung, ihre Präsenztrainings schnell digitalisieren zu müssen. Die 1:1 Überführung eines Classroom Trainings in den Virtual Classroom bzw. eine Web-Session ist aber nicht immer effektiv und vor allem nicht effizient.

Deshalb schauen wir uns immer konkrete Fragestellungen und Zielsetzungen an. So können wir spezifische Lerninhalte so digitalisieren, dass sie auch Outcome und Performance verbessern können.

Wie geht ihr mit Anfragen nach „schnellem“ Content um?

Da die Bedarfe und Arten des Wissens, das vermittelt werden soll, immer unterschiedlich sind, können auch die digitalen Lösungen sehr unterschiedlich ausfallen. Daher analysieren wir zu Beginn, welche Art von Wissen vermittelt werden und welcher Outcome erzielt werden soll. Darüber hinaus schauen wir, welche existierenden Lernlösungen oder kuratierter Content sinnvoll zur Ergänzung herangezogen werden können und welche Lerninfrastruktur zum Einsatz kommen kann. Das Ziel dabei sollte immer sein, die passenden Formate zu den Inhalten zu finden, um dann gezielt und schnell neuen Content zu erstellen.

Weniger ist oft mehr und ein genauer und überlegter Blick zu Beginn des Rapid Content Developments lohnt sich, um Fehler zu vermeiden.
Eva Lettenbauer
Specialist Learning Experience Design
imc AG

Was sind die Gefahren bei Rapid Content Development und wie kann man sie vermeiden?

Es besteht die Gefahr, dass man zu viel Content in zu schlechter Qualität umsetzt, bzw. dieser nicht in Hinblick auf die Zielgruppe, deren Performance und den Business Outcome konzipiert und erstellt wurde – die Lernlösung also nicht relevant ist und nicht greift. Weniger ist oft mehr und ein genauer und überlegter Blick zu Beginn des Rapid Content Developments lohnt sich, um solche Fehler zu vermeiden.

Warning danger

Wann würdest du auf jeden Fall davon abraten etwas „schnell“ umzusetzen?

Insbesondere, wenn Lernen mit Verhaltensänderungen verbunden ist, sich das Mindset der Lernenden ändern soll oder Branding und Look & Feel der Lernlösung wichtig sind, lohnt es sich Zeit mitzubringen und in eine hohe Qualität der Lernlösung zu investieren. Nur so können wir die Lernenden nachhaltig gewinnen und von digitalen Lernansätzen überzeugen.

GOOD TO KNOW

Mit Autorentools können Unternehmen selbst Lerninhalte erstellen oder bestehendes Material digitalisieren. So ist es möglich innerhalb einer Firma jederzeit flexibel auf Lernbedarfe zu reagieren.

Autorentools sind kostengünstig und können entweder von Experten im Unternehmen oder von allen Mitarbeitenden genutzt werden, um Trainings zu erstellen. Dann spricht man auch von „User Generated Content“.

Bis zu welchem Punkt macht es Sinn das Ganze über Autorentools zu lösen?

Für die schnelle Erstellung und Vermittlung von Fakten oder Hintergrundwissen, eignen sich Autorentools wie imcExpress ideal. Digitale Lerninhalte können schnell erstellt und vor allem auch aktuell gehalten werden. Aber kein Lerner sollte ausschließlich mit Web Based Trainings geschult werden – vor allem, wenn konkrete praktische Fähigkeiten angewendet werden müssen, greift ein klassisches Web Based Training, wie man es über Autorentools kreiert, oft zu kurz.

Kannst du uns ein Worst Case Szenario skizzieren? Also wie man es nicht machen sollte…

Worst Case: 5 Tage Classroom Training werden quasi 1:1 in 3 Tage virtual Classroom übersetzt und stundenlange Aufzeichnungen von Präsenztrainings oder Websessions ersetzen eine Schulung vor Ort.

 

Best Case: Ein 3-tägiges Präsenztraining wird in verschiedene Learning-Nuggets digitalisiert, wie beispielsweise kurze Web-Based-Trainings und diese Maßnahmen werden durch Lern-Tandems, knackige Web-Sessions und kuratiertem Content abgerundet.

Lust auf eine schnelle Zusammenfassung? Bitte sehr:

Sketchnote rapid content development
RELATED CONENT

Die wichtigsten Dinge, die man bei einer Digital Learning Journey nicht vergessen sollte

Mit dem richtigen Format-Mix ans Ziel: Wir geben euch sechs Tipps für die perfekte Digital Learning Journey.

Webinar imc Express aufzeichnung download

Next Generation User Generated Content

Von 0 auf 100 in 60 Sekunden. Mit dem neuen User generated Content Tool der imc Lerninhalte erstellen so schnell wie nie zuvor.

Die Trends der Weiterbildungsrebellion

E-Learning Punk ist eine Artikel- und Talkreihe für alle L&D Pros, die aus der grauen Masse langweiliger Web-based Trainings herausstechen wollen, und die ihre Lerner mit geilem Content begeistern wollen.

E-Learning Punk Logo

Ansprechpartner

Ich bin seit 2021 Teil des imc Newsroom Teams. Als Journalistin schlägt mein Herz für Content und Storytelling.

 

Ich finde es spannend zu beobachten, wie sich E-Learning und Digitalisierung auf die Arbeitswelt auswirken. Mein Ziel ist es keinen Trend zu verpassen und Inhalte zu kreieren, über die man spricht.

Privat liebe ich es zu reisen und Tapas zu essen.

 

Themen: E-Learning Trends, Corporate Social Responsibility, Press and Influencer Relations

Nina Wamsbach
Communications Manager
woman does long jump in front of computer
E-Learning und Sport

Aufs Siegertreppchen dank E-Learning: warum Sportvereine und -Verbände auf die Digitalisierung setzen sollten

Sommerzeit ist Sportzeit! Aber nicht nur die Profis selbst müssen trainieren, sondern auch ihre Trainerinnen, Schiedsrichter oder Betreuer brauchen Fortbildungen. Von neuen Trainingsmethoden über Erste-Hilfe-Schulungen zu Präventions- oder Anti-Dopingtrainings ist alles dabei. Wir haben mit einem ehemaligen Profisportler gesprochen und erklären, wie sich diese und weitere Themen als E-Learning Inhalte abbilden lassen und worin die Vorteile liegen.

Sportereignisse wohin man blickt! Egal ob Tennis, Leichtathletik, Fußball und vieles mehr: Damit Top-Athleten ihren Sport erfolgreich ausüben können, braucht es mehr als nur körperliche Arbeit oder auch mentales Training. Hinter jedem erfolgreichen Athleten stehen ein ganzer Verband und ein Team, die ebenfalls trainieren und sich fortbilden müssen.

woman does long jump in front of computer

Blended Learning auf Goldkurs

Eric Uder

Eric Uder

Dies ermöglichen Vereine und Verbände zunehmend auch über E-Learnings, weiß Eric Uder, ehemaliger Speerwerfer und Profi-Athlet, heute Solution Consultant bei imc: „Verbände müssen sicherstellen, dass neue Trainingsmethoden, Regelwerke für Schiedsrichter oder Präventionstrainings durchgeführt und verstanden werden. Dafür sind reine Präsenzschulungen nicht immer hilfreich. Stattdessen setzen mehr und mehr Sportverbände aus unterschiedlichsten Bereichen auf Blended-Trainingskonzepte und kombinieren E-Learning mit vor-Ort-Schulungen.“

Zweites Wembley-Tor ausgeschlossen

An und für sich sind Sportverbände, die auf E-Learning setzen nichts neues, so Uder weiter. Denn die Vernetzung von digitaler und analoger Welt ist auch im Sport längst angekommen. Man denke etwa an die Torlinientechnik beim Fußball, durch die genau geprüft werden kann, ob der Ball drin war oder nicht. Ein zweites Wembley-Tor wird es daher wohl nicht mehr geben.

 

Daher ist es naheliegend, auch Schulungsszenarien nicht mehr als Frontalunterricht abzuhalten, sondern online. Das erkennen nun auch Verbände, die dies lange gescheut haben, so Uder: „Wir betreuen schon seit Jahren große Verbände aus Neuseeland und Australien, beispielsweise im Bereich Rugby. Was wir jetzt sehen, ist dass auch die deutschen Verbände zunehmend Interesse an online-Schulungskonzepten oder unserer Plattform haben.“

football and laptop on pitch

Neue Schulungsszenarien erschließen neue Zielgruppen

Mit der Einführung einer Lernplattform, eines sog. Learning Management Systems, erschließen sich für Verbände jedoch noch weit mehr Möglichkeiten als die reine Schulung der Trainerinnen oder Schiedsrichter: Auch Freiwillige können Zugang erhalten und verpflichtende Schulungen oder Einweisungen online und zeit- und ortsabhänig absolvieren.

Sponsoren können ebenso informiert werden und Einblicke in aktuelle Themen, neue Regelwerke oder ähnliches erhalten. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt und jegliche Inhalte, egal ob Video-Tutorials, Web-based Trainings oder Learning Nuggets zu Themen wie Compliance, Anti-Doping, Mental Health etc. können so einfach und unkompliziert aufgerufen werden.

running event

Die Zeit der Ausreden ist vorbei

Uder prognostiziert: „Ich glaube, dass Sportverbände in den nächsten Jahren weltweit noch stärker auf digitale Lernplattformen setzen werden. Sie stehen vor großen Herausforderungen: Sie müssen Erfolge aufweisen, haben aber häufig zu wenig Personal und knappe finanzielle Mittel. Daher ist es für sie umso wichtiger, gut zu haushalten.

Mit einem LMS können sie beispielsweise automatisierte Erinnerungen an Fortbildungen versenden, ganze Mitgliedergruppen gleichzeitig auf neue Kurse einbuchen oder Tests einfügen, um zu überprüfen, ob Inhalte verstanden wurden. Das alles spart ihnen jede Menge Zeit und erhöht zugleich die Transparenz. Denn so lässt sich einwandfrei nachweisen, wer wann welches Training abgeschlossen hat.“

Ausreden wie "ich wusste nicht, dass ich dieses oder jenes nicht darf", könnten dann der Vergangenheit angehören und uns vielleicht das ermöglichen, was sich die Meisten wünschen: Sportliche Erfolge, über die sich das gesamte Team, Verbände und Fans vorbehaltlos freuen können.

RELATED CONENT
Featured Image Compliance

Don't call it compliance!

Keine Lust auf öde Compliance Training? Nur allzu verständlich, aber es geht auch anders! Wir verraten, wie ein solches Training zum Erfolg wird.

Featured Image LMS Hot Topics

Wieso ein LMS mehr einbringt als es kostet

Um im Vorfeld zu wissen, welche Kosten auf einen zukommen, sollte man vor der Anschaffung eines LMS einen Business Case erstellen. Wir verraten, wie das gelingt.

Entdecken Sie unser Online-Magazin

Egal ob echter L&D Profi oder E-Learning-Enthusiast: In unserem Online-Magazin Reth!nk finden E-Learning Fans alles rund ums Thema digitales Lernen.

Kontakt

Ich bin seit März 2019 Teil des Kommunikations-Teams der imc. Kommunikation, kreative Inhalte zu erstellen und Social Media sind meine Passion.

 

Ich mag es, komplexe Zusammenhänge verständlich zu erklären und die Themen des E-Learnings allgemein verständlich zu beschreiben.

 

Privat liebe ich es zu reisen, lese viel und spiele Skat und Poker.

 

Über Feedback oder Anregungen freue ich mich jederzeit!

Photo of Nadine Kreutz
Nadine Kreutz
Communications Manager
lms hot topics
LMS Hot Topics
Thema: Informelles Lernen

Informal Learning:
Der heimliche Held des Arbeitslebens

„Formelles Lernen ist wie Busfahren, informelles Lernen mehr wie eine Fahrradtour“. Was das genau bedeutet und wieso informelles Lernen der heimliche Held im Arbeitslebens ist, hat Nick Petch, Head of Learning Experience and Design Strategy bei imc, kürzlich in einem Webinar erläutert. Wir haben die wichtigsten Fakten und Empfehlungen zusammengefasst.

Ich war letzte Woche endlich mal wieder im Büro. Für mich bedeutet das: Nicht mehr den ganzen Tag zuhause sitzen und vor allem KollegInnen treffen, ohne sich explizit dazu verabreden zu müssen! Ein kurzes Gespräch beim Kaffee oder schnell nach nebenan gehen, um zu fragen, wie es bei Kunde XYZ gerade läuft, statt jedes Mal extra anrufen oder schreiben zu müssen – herrlich!
Von manchen Leuten immer noch als „Zeitverschwendung“ kritisch beäugt, ist ein solcher Austausch jedoch weit mehr als eitles Geplauder – er fällt in die Kategorie des informellen Lernens oder auch "informal learning".

 

INFO

Beim informellen Lernen wird im Unterschied zum formellen Lernen nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt ein vorher definierter Inhalt gelernt, sondern der Lerner erhält eine Information genau in dem Moment, wenn er sie benötigt

(point oder moment of need).

BUS ODER RAD?

Diese Wissensbeschaffung passiert zumeist ohne dass wir weiter darüber nachdenken oder uns des Lernens bewusst sind. Tatsächlich nutzt jeder von uns informelles Lernen ständig: sei es indem wir etwas googlen, jemand eine Teams-Message schreiben, bei Wikipedia nachlesen oder eben zur Kollegin nebenan gehen, um etwas zu erfragen.

Das so erworbene Wissen können wir uns häufig sogar besser merken als etwas, dass wir irgendwann einmal auswendig gelernt haben, da wir die Information unmittelbar verarbeiten und nutzen.

Nick Petch, imc

Nick Petch, Head of Learning Experience and Design Strategy bei imc, beschäftigt sich seit Jahren mit informellem Lernen und bringt das Thema wie folgt auf den Punkt: „Beim formalen Lernen ist es ähnlich wie beim Busfahren. Ich entscheide zwar wo und ob ich einsteige, aber die Entscheidung wohin und wie schnell ich fahre trifft der Busfahrer.

Beim informellen Lernen ist es mehr wie beim Fahrradfahren: Ich selbst entscheide wohin ich über welchen Weg und mit welcher Geschwindigkeit komme und ob ich die Strecke durchfahre oder mir zwischendurch eine Pause gönne.“

Jedoch fehlt es in vielen Unternehmen am nötigen Bewusstsein, dass auch ein solcher informeller Austausch sehr wichtig sein kann. Häufig widmen Unternehmen ihre gesamte Aufmerksamkeit formalen Weiterbildungen. Dass dies nicht zielführend sein kann, zeigen Studien wie die des US-amerikanischen Education Development Center (EDC): Rund 70 % der Kompetenzerweiterungen im betrieblichen Kontext geschehen durch informelles Lernen. Lediglich die restlichen 30 % sind das Ergebnis klassischer Personalentwicklung.

DIE GRETCHENFRAGE

Daher ist es wichtig, eine ausgewogene Mischung aus formalem und informellem Lernen zu finden. Nick Petch führt aus: „Beides muss aufeinander aufbauen. Auch das formale Lernen ist immens wichtig, denn hier lerne ich, wie man überhaupt lernt. Lernen ist eine Fähigkeit, die es Menschen ermöglicht, selbst zu entscheiden, wann und wie sie informelles Lernen einsetzen. Wenn man seine Mitarbeiter weiterbildet, um diese Fähigkeiten zu schärfen, wird das Unternehmen agiler und besser in der Lage sein, flexibel auf Veränderungen oder herausfordernde Zeiten zu reagieren.“

 

Konkret bedeutet das: Unternehmen müssen ihre MitarbeiterInnen darin schulen, möglichst schnell an Wissen zu gelangen und versuchen, dieses zumindest ansatzweise in einem System abzubilden. Denn durch die Dokumentation wertschätzt man das erworbene Wissen einerseits und stellt es andererseits weiteren MitarbeiterInnen zur Verfügung.

 

Um unnötige Log-ins zu vermeiden, empfiehlt es sich Systeme zu nutzen, in die der User sich regelmäßig einloggt, also beispielsweise das Learning Management System (LMS) des Unternehmens. Wird das so erworbene Wissen auch hier wenigstens in Teilen aufgenommen, wird es auch im Profil des Mitarbeiters selbst angezeigt und bei entsprechender Verknüpfung, beispielsweise mit dem internen Wiki, können KollegInnen erfahren, wer ihnen weiterhelfen kann.

 

Genau an dieser Stelle beißt sich die Katze jedoch in den Schwanz: Wie ist es möglich, ein informelles Instrument in formale Strukturen zu überführen?

WETTBEWERBSVORTEIL DURCH WISSENSTRANSFER

Damit die Übertragung gelingt, müssen das Prinzip und die Wertschätzung dem informellen Lernen gegenüber fest in der Unternehmenskultur verankert werden. Es muss eine sogenannte Kultur des „sharing is caring“ geschaffen werden.

Das heißt: das Wissen darf nicht mehr nur zentral bei einzelnen Abteilungen oder einzelnen Personen liegen, sondern muss dezentral verfügbar sein. Eine solche Dezentralisierung kann dann auch den Verlust einzelner MitarbeiterInnen abfedern. Gelingt dies, haben Unternehmen einen enormen Vorteil gegenüber Wettbewerbern.

 

Neben dem Zugang zu explizitem Wissen, also Dokumente, Wikis, Blogs etc. ist das auch der unkomplizierte Zugang zu Kollegen und Fachexpertinnen, die „on demand“, also im Bedarfsfall angesprochen werden können, sehr wichtig. Hierfür können Unternehmen Strukturen wie Communites of Practice, Working out Loud- Circle, Experten-Profile oder beispielsweise in Teams einzelne Kanäle explizit dafür nutzen, die Vernetzung zu steigern.

Uwe Hofschröer, der bei imc für die Startegieberatung zuständig ist, bestätigt: „Das Thema rückt bei den Firmen langsam immer mehr ins Bewusstsein und wir werden häufiger gefragt, wie man Strukturen schafft, die solch einen Wissenstransfer in Unternehmen fördern.“

Eine Möglichkeit sind On the Job Trainings, also das direkte Lernen am Arbeitsplatz mit Hilfe von Kollegen oder durch Tools wie den imc Process Guide, ein elektronisches Performance Support System (EPSS).

Uwe Hofschröer

Entscheidend ist jedoch, dass Unternehmen verstehen, dass es nicht um einzelne Trainings geht, die die Fähigkeit zum informellen Lernen vermitteln, sondern dass Metakompetenzen wie Reflexionsfähigkeit und Lernkompetenz geschult werden müssen.

Damit dies gelingen kann, müssen Unternehmen zunächst eine passende Umgebung schaffen, um informelles Lernen zu fördern. Die wichtigsten Tipps unserer Experten, wie informelles Lernen im Unternehmen sinnvoll zu implementieren ist, lauten:

 

  1. Informelles Lernen im System sichtbar machen
    Geben Sie dem Thema Raum. Motivieren Sie Mitarbeiter, in internen Blogs oder Wikis aktiv zu werden und ihr Wissen zu teilen. Eine weitere Möglichkeit sind regelmäßige Feedback-Runden nach abgeschlossenen Projekten, bei denen die Lessons-learned geteilt und festgehalten werden.

 

  1. Coaching & Mentoring
    Gespräche sind mit die wertvollsten Quellen informelles Lernen. Schaffen Sie daher Möglichkeiten zum regelmäßigen Austausch. Dies kann beispielsweise durch (abteilungsübergreifendes) Coaching und Mentoring geschehen. Finden Sie die „Early Adaptors“, also diejenigen im Unternehmen, die sich auf Neuerungen freuen und diese immer als Erste anwenden. Nehmen Sie diese KollegInnen mit ins Boot, um den Wissenstransfer aktiv zu fördern.

 

  1. Eine offene Lern-Kultur schaffen
    Dieser letzte Rat klingt in der Tat einfacher als er ist und doch ist er essenziell: Fehlt es im Unternehmen an einer offenen Lernkultur und ist die Weitergabe von Wissen nicht fest im Mindset jedes einzelnen Mitarbeiters auf sämtlichen Ebenen verankert, wird es mit dem informellen Lernen schwer.
    Sharing is caring! Dass einzelne Mitarbeiter ihr Wissen wie einen Schatz horten und diesen nicht mit anderen teilen, muss ein no-go sein. Dazu braucht es Vertrauen und eigenständiges Arbeiten miteinander. Flache Hierarchien sind hierbei sehr hilfreich, auch bei der Bildung von Communities of Practise. Ebenfalls hilfreich bei der Bildung einer offenen Lernkultur sind entsprechende Räumlichkeiten, in denen sich Mitarbeiter unkompliziert treffen, austauschen und absprechen können.

Wird im Unternehmen eine solche Lernkultur umgesetzt, erntet sicher auch niemand mehr schiefe Blicke für ein Schwätzchen an der Kaffeemaschine. Dorthin verschwinde ich jetzt jedenfalls mal kurz!

Weitere Informationen

Das gesamte Webinar auf Englisch mit Nick Petch zum Thema Informal Learning finden Sie hier.

Wenn Sie mehr zum Thema Digitale Lernstrategien oder zum Process Guide wissen möchten, schauen Sie gerne auf den entsprechenden Seiten vorbei.

RELATED CONENT
LMS_migration
So klappt die LMS-Migration

Steht die Migration eines Learning Management Systems (LMS) an, ist guter Rat erst einmal teuer. Wir haben Tipps von Branchenexperten gesammelt und die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema in einer FAQ-Checkliste zusammengefasst.

Onboarding mal anders

Schon heute kann Onboarding in ein bestehendes LMS integriert werden. Doch die wenigsten nutzen dies. Wir haben einen kleinen Ausflug in die (nahe) Zukunft unternommen, um zu schauen wie ein gelungener Einarbeitungsprozess aussehen könnte.

LMS Hot Topics

Themen, Trends und Tools rund ums LMS.

Weitere Informationen zum LMS

imc Learning Suite

Wenn Sie mehr über das Learning Management System der imc erfahren möchten, finden Sie hier alle Information dazu.

Ansprechpartner

Ich arbeite seit März 2019 im Marketing & Communication Team der imc. Kommunikation, kreativer Content und Social Media sind meine Leidenschaft.

 

Komplexe Inhalte verständlich zu erklären und damit das Thema eLearning jedem zugänglich zu machen, sind täglich spannende Herausforderungen.

 

Privat liebe ich es zu lesen und reise gerne und viel. Über Feedback oder Anregungen freue ich mich jederzeit!

Photo of Nadine Kreutz
Nadine Kreutz
Communications Manager
E-Learning Punk Talk Weiterbildung Trends
E-Learning Punk

Punky Talk #3: Katharina Kunz

Die Expertin für Lernstrategien fordert: „Gestaltet euer Lernangebot als Buffet!“

Der dritte Punky Talk widmet sich ganz dem Thema Blended Learning. Zu Gast ist Katharina Kunz. Als Expertin für Lernstrategien hilft Katharina Unternehmen dabei, Lerninhalte, Systeme und Menschen zu einem funktionierendem Learning Eco System zu verbinden. Sie appelliert an alle Weiterbildungsverantwortliche, wenn´s um die Weiterbildung geht, nicht nur Einladungen zum 4-Gänge-Menü zu verschicken, sondern auch ein 24/7 Lernbuffet anzubieten.

 

Bereits Malte verglich in unserem E-Learning Punk Interview ein erfolgreiche Blended Learning Lösung mit einer ausgewogenen Mahlzeit. Katharina steigt hier ein und geht noch einen Schritt weiter. Sie erläutert, warum wir Blended Learning größer denken sollten – nicht nur auf ein einzelnes Thema, sondern auf das gesamte Lernangebot bezogen – und warum ein Buffet hier mehr Flexibilität bietet und es uns ermöglicht, individuelle Lernerfahrungen on demand zu schaffen.

 

Anm. d. Red.: Das Interview wurde live auf der LEARNTEC 2020 in Karlsruhe aufgezeichnet. Viel Spaß beim Reinschauen.

Mehr Informationen gibt's hier im Video

Um dieses Video sehen zu können, müssen die Marketing Cookies aktiviert werden. Klicken Sie auf 'Video ansehen', um diese zu akzeptieren. Mehr Informationen finden Sie in unserem Cookie Banner und in der Datenschutzerklärung.

Video ansehen
Bitte akzeptiere die marketing Cookies, um das Video schauen zu können.

(Hinweis: Wenn ihr das Video ohne Ton schaut, könnt ihr unter "Settings" deutsche oder englische Untertitel einschalten.)

VERWANDTE ARTIKEL
E-Learning Punk: Blended Learning

Unser Blended Learning Erfolgsrezept

 

Eine erfolgreiche Blended Learning Lösung ist wie eine ausgewogene Mahlzeit mit guten Zutaten. Im Interview verrät der Instructional Designer Malte Arends sein blendendes Erfolgsrezept.

Picture of Roman Rackwitz, gamification expert

Punky Talk #2: Roman Rackwitz

 

Roman Rackwitz wurde bereits als einer der TOP 10 Gamification-Experten der Welt ausgezeichnet. Im E-Learning Punk Talk spricht er über Game-based Learning, KI und Learning by Quizzing.

Die Trends der Weiterbildungsrebellion

E-Learning Punk ist eine Artikel- und Talkreihe für alle L&D Pros, die aus der grauen Masse langweiliger Web-based Trainings herausstechen wollen, und die ihre Lerner mit geilem Content begeistern wollen.

Ansprechpartner

Seit 2014 bin ich Teil des Marketing & Communication-Teams bei der imc. Mein Herz schlägt für kreative Kampagnen, spannenden Content und digitale Innovationen. Mein Ziel ist es, das Thema Digitalisierung erlebbar zu machen – verständlich und einfach auf den Punkt. Meine Leidenschaften neben dem Beruf sind gute Bücher und Sport.

 

Über Feedback zur Reihe freue ich mich jederzeit an [email protected].

Photo of Vanessa Klein
Vanessa Klein
Senior Event and Communication Manager
E-Learning Punk Blended Learning Weiterbildung Trends
E-Learning Punk

Blended Learning Erfolgsrezept

Warum Malte Arends lieber Lernformate als Lebensmittel mixt

Jeder liebt Pizza! Knuspriger Teig, eine frisch-fruchtige Tomatensoße, knackiges Gemüse oder würzige Salami und nicht zuletzt der heiße, zerlaufende Käse – bei Pizza kommt einfach das Beste auf einem Blech zusammen. Ähnlich ist es auch beim Blended Learning. Das hat Clive Shepherd bereits 2008 erkannt und sein „Blended Learning Cookbook“ veröffentlicht. Darin vergleicht er eine erfolgreiche Blended Learning Lösung mit einer ausgewogenen Mahlzeit, die eine Reihe Zutaten kombiniert – jede mit einem einzigartigen Zweck. Während wir nun bei der Suche nach dem besten Pizzarezept lieber auf die Google Suche verweisen, möchten wir heute mit Malte Arends über unser Rezept für erfolgreiches Blended Learning sprechen.

Mehr Informationen gibt's hier im Video

Um dieses Video sehen zu können, müssen die Marketing Cookies aktiviert werden. Klicken Sie auf 'Video ansehen', um diese zu akzeptieren. Mehr Informationen finden Sie in unserem Cookie Banner und in der Datenschutzerklärung.

Video ansehen
Bitte akzeptiere die marketing Cookies, um das Video schauen zu können.

Im Interview verrät der Instructional Designer sein blendendes Erfolgsrezept

Von Präsenzschulungen mit ergänzenden Online-Materialien bis hin zu digitalem Performance Support on-the-job – wo fängt Blended Learning an und wo hört es auf?

 

Malte: Das Spektrum ist enorm groß. Im Grunde kannst du dir eine Skala vorstellen: am Anfang könnte eine Benachrichtigungsmail zu einem neuen Web-based Training (WBT) mit einer stimulierenden Frage zum Inhalt stehen. Die Frage liefert einen ersten Lernimpuls. Vielleicht stellt der Lerner erstmal eigene Recherchen an, bevor er sich das WBT anschaut – und schon hätten wir einen minimalen Blend. Weiter oben auf der Skala hätten wir beispielsweise ein Lernszenario mit einem Medienportal, das unterschiedlichste Inhalte sammelt – Videos, Interviews, WBTs, kuratierte Inhalte – und die Möglichkeiten bietet, dass die Lerner eigenen Content beisteuern und sich ihren Kurs individuell zusammenstellen können.

 

 

Du hast gerade gesagt, es kann bereits mit einer Mail zu einem WBT anfangen. Bedeutet Blended Learning denn aber nicht, dass digitale und nicht-digitale Elemente miteinander kombiniert werden?

 

Malte: Nein, gar nicht. Blended Learning heißt im Grunde nur, dass ich unterschiedliche Lernformate mit einem ganz spezifischen Zweck kombiniere und diese zu einem sinnvollen Ganzen verbinde. Das kann zum Beispiel auch bedeuten, ausschließlich unterschiedliche digitale Formate miteinander zu mixen.
Der Sinn dabei, Formate zu mischen, egal ob nun digital oder analog, liegt darin, dass sich manche Formate einfach besser eignen, ein bestimmtes Verhalten beim Lerner zu erzeugen bzw. ihn in einer bestimmten Sache besser zu machen, als andere. So kann beispielsweise eine Checkliste in Excel, ausgedruckt im Bedarfsmoment, hilfreicher sein, als ein digitales Lernspiel, welches den Lerner auf alle erdenklichen Situationen vorbereiten soll. Dieses Lernspiel könnte dann aber wieder einen anderen Zweck besonders gut erfüllen.

 

 

Und das Mixen kommt bei den Lernern ja auch gut an. Studien zufolge geben drei von vier Lernern Blended Learning ein Like. Was macht Blended Learning so beliebt?

 

Malte: Aus meiner Sicht ist Blended Learning so erfolgreich, weil es – wenn gut gemacht – Menschen dazu befähigt, in ihrem Job erfolgreicher, sicherer oder einfach entspannter zu sein. Lerner erhalten idealerweise genau den Input, den sie als Vorbereitung für eine bestimmte Aufgabe benötigen oder sie können eine Ressource genau dann abrufen, wenn sie diese in einer ganz konkreten Situation benötigen.
Wichtig dabei ist, dass der Blend strikt aus Lerner Perspektive heraus erstellt wird. Sprich, die Formate und Inhalte müssen so gewählt werden, dass die Lerner einen echten Nutzen daraus ziehen können. Andernfalls erstellen wir– um bei der Essens-Metapher zu bleiben – entweder wertloses Fast Food oder Gerichte, die einem noch lange schwer im Magen liegen.

 

 

Und welche Komponenten gehören in jeden Blended-Learning-Baukasten rein, um für genug Abwechslung zu sorgen?

 

Malte: (lacht) Welcher Belag kommt auf die optimale Pizza? Diese Frage ist ebenso wenig allgemeingültig zu beantworten. Auf meine gehören auf jeden Fall Peperoni. Für’s Blended Learning gilt: Eben genau die Inhalte, die für einen bestimmten Bedarf passen.
Man kann nicht pauschal sagen, es muss immer ein digitales Element rein oder es muss immer ein Präsenzelement rein. Das ist unter anderem abhängig von der Komplexität des Themas, von meinem Budget, meiner Zielsetzung als Unternehmen und meiner Zielgruppe. Die pauschale Antwort wäre somit also, es müssen Formate rein, die helfen, meine Performance-Ziele zu erreichen und die optimal auf die vorhandenen Rahmenbedingungen abgestimmt sind.

 

 

Ist Blended Learning denn für jedes Lernziel und Szenario geeignet?


Malte:
Die Antwort ist ein klares Jein. Wenn Lerner beispielsweise ein bestimmtes Konzept oder irgendwelche Zusammenhänge nachvollziehen sollen, kannst du das möglicherweise mit einem kurzen Erklärvideo gut machen. Dann würde es unter Umständen ausreichen, so ein Video auszugeben. Nach der anfänglichen Idee, dass ein minimaler Blend auch durch eine Mail mit stimulierendem Reiz geschaffen werden kann, die auf unser Video verweist, könnte man sagen, du blendest an dieser Stelle bereits. Du musst dir dann aber gefallen lassen, dass andere Leute vielleicht sagen, dass sei ja gar kein echtes Blended Learning – sondern „nur“ eine Mail und ein Video.

 

 

Ja, das macht Sinn. Kommen wir zur nächsten Frage: “Die Qualität der Inhalte macht unabhängig vom eigentlichen Blended Learning Szenario den Unterschied“ – ja oder nein?

 

Malte: Die Wahrheit ist ja bekanntlich nie Schwarz oder Weiß. Ich antworte erstmal mit Nein und argumentiere damit, dass die richtige Zusammenstellung den Unterschied macht. Wenn die Lernformate nicht optimal auf die Performance-Ziele und Rahmenparameter im Projekt ausgerichtet sind, dann schafft es meiner Meinung nach auch die beste inhaltliche Qualität nicht zu überzeugen – und ein erfolgreiches Lernangebot zu schaffen. Ein Self made Video kann im richtigen Blend genauso einen Lernstimulus geben wie ein hochwertig produziertes Video.
Aber, und jetzt antworte ich mit Ja, es muss natürlich eine gewisse Qualität vorhanden sein, um eine Akzeptanz bei den Lernern zu schaffen. Das ist aus meiner Sicht nichts Anderes als Marketing nach Innen und Wertschätzung gegenüber den eigenen Mitarbeitern. Ich muss meine Unternehmenswerte und Glaubenssätze in meinem Lernangebot transportieren. Qualität und richtiger Blend müssen also eine Symbiose eingehen.

 


Welche kreativen Umsetzungsideen für Blended Learning fallen dir direkt ein?

 

Malte: Für mich ist alles kreativ und großartig, was tatsächlich den Mitarbeiter berührt, zum Erleben und Ausprobieren anregt, und was vielleicht auch abseits der traditionellen Pfade von WBT und Trainer-geführtem Lernen liegt. Also vom digitalen Nachschlagewerk, über verschiedene Videoformate, bis hin zu Präsenzformaten wie beispielsweise Barcamps oder Brown-Bag-Sessions. Kreativ kann dabei einerseits die Formatwahl an sich sein, andererseits natürlich die jeweilige Umsetzung des Formates.
Was auf keinen Fall fehlen darf sind die passenden Marketingmaßnahmen zu dem, was entwickelt wurde! Also etwa Plakate oder ein kleines Showreel, welches mein Lernangebot bei der Zielgruppe bekannt macht und seinen Nutzen kommuniziert.

 

 

Was muss man bei der Umsetzung eines Blended Learning Szenarios beachten? Hast du ein paar Do´s und Don´ts?

 

Malte: Die reine Auslagerung von Themen auf Web-based Training ist in jedem Fall ein Don’t. Ich kann nicht davon ausgehen, dass ich schon ein tolles Blended Learning habe, wenn ich meine zehn Präsenztage etwa auf die Hälfte kürze, indem ich ein WBT vorher anbiete – ohne mir vorher zu überlegen, ob es denn sinnvoll ist, ich damit meine Zielgruppe und meine Ziele erreiche und so weiter. Ein weiteres Don´t ist für mich, das Marketing zu unterschätzen. Genauso wie ich Produkte für meine Kunden vermarkte, um erfolgreich zu verkaufen, muss ich Lernen für meine Mitarbeiter vermarkten, um erfolgreiche Lernangebote zu haben.

 

 

Und welche Do´s fallen dir auf der anderen Seite ein?


Malte:
Ich muss zunächst die Unternehmensziele kennen. Dann sollte ich wissen, wer meine Zielgruppe ist, welche konkreten Handlungen die Mitarbeiter besser ausüben sollen und weshalb dies aktuell nicht im gewünschten Maße geschieht. Als Nächstes kann ich überlegen, mit welchen Methoden ich in dem gegebenen Rahmen meine Ziele optimal erreiche und die Bedürfnisse meiner Mitarbeiter befriedigen kann. Mit anderen Worten, ich muss von Beginn an systematisch an die Sache herangehen. Das ist ein definitives Do!
Ein anders Do: ich muss die Lernerperspektive einnehmen. „Ich als Mitarbeiter habe das Bedürfnis, mich gut zu fühlen in meinem Job. Und gut fühlen kann ich mich nur, wenn ich bestimmte Dinge gut kann, bestimmte Fehler vermeiden kann.“ Wenn ich verstehe, wie ich Mitarbeitern dieses Gefühl vermitteln kann, Sicherheit in Fehlersituationen und im Arbeitsalltag, dann kann ich auch entscheiden, was ich diesen Mitarbeitern anbieten muss, damit sie diesen Zustand erreichen.

 


Wo, denkst du, geht die Reise noch beim Blended Learning hin?


Malte:
Der größte Zukunftstrend, denke ich, wird sein, dass wir irgendwann keine starr festgelegten Kurse und Lernpfade mehr haben, sondern ein Angebot an Ressourcen, aus dem sich Mitarbeiter je nach Bedarf im „Moment of Need“ bedienen. Auch traditionelle Qualifizierungsstrategien werden sich so, mit der notwendigen systematischen Begleitung umsetzen lassen.
Der Erfolg der zahlreichen offenen Lernplattformen im Internet belegt ja bereits seit einiger Zeit diesen Trend. YouTube ist natürlich auch ganz vorne dabei. Ein Beispiel: Als meine Tochter noch im Kinderwagen lag, musste ich das riesen Ding in meinem Auto verstauen, um die Oma zu besuchen: Wie klappe ich den Kinderwagen so zusammen, so dass er in den Kofferraum hineinpasst? Ich habe mit meinem Handy gegoogelt und relativ schnell das Video eines anderen Vaters dazu gefunden, mir angeschaut, ohne mich irgendwo einzuloggen, und schon hatte ich den Kinderwagen im Handumdrehen zusammengeklappt und verstaut.

 

 

Du hast eben bereits den Marketingaspekt beim Blended Learning angesprochen. Denkst du, das Thema KI wird Blended Learning ebenso stark wie das Marketing beeinflussen?

 

Malte: Vielleicht insofern, dass KI mir Lernempfehlungen auf Basis meiner Interessen, Lernhistorie oder Qualifizierungsanforderungen geben kann. Oder mir beim Auffinden passender Lernangebote behilflich sein kann, sicherlich ja.
Was die Learning & Developement Branche sicherlich auch vom Marketing lernen kann ist, Standort-getriggert bestimmte Inhalte auszugeben. Also beispielsweise mit Geo-Targeting oder Beacons. Das könnte bei einem Autoverkäufer folgendermaßen aussehen: Ich nähere mich mit einem Kunden einem bestimmten Auto, mein Verkaufs-Tablet erkennt, an welchem Auto ich stehe und bietet mir automatisch bestimmte Inhalte dazu an.

 

 

 

Vielen Dank Malte für das spannende Interview!

 

Die nächste Ausgabe E-Learning Punk nächsten Monat wird sich dem Thema „Mobile Learning“ widmen.

Die Trends der Weiterbildungsrebellion

E-Learning Punk ist eine Artikel- und Talkreihe für alle L&D Pros, die aus der grauen Masse langweiliger Web-based Trainings herausstechen wollen, und die ihre Lerner mit geilem Content begeistern wollen.

Ansprechpartner

Seit 2014 bin ich Teil des Marketing & Communication-Teams bei der imc. Mein Herz schlägt für kreative Kampagnen, spannenden Content und digitale Innovationen. Mein Ziel ist es, das Thema Digitalisierung erlebbar zu machen – verständlich und einfach auf den Punkt. Meine Leidenschaften neben dem Beruf sind gute Bücher und Sport.

 

Über Feedback zur Reihe freue ich mich jederzeit an [email protected].

Photo of Vanessa Klein
Vanessa Klein
Senior Event and Communication Manager