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Das Lernen der Zukunft definieren

Wie lernen wir eigentlich? Was hilft uns dabei besser zu werden, welche Tools und Strategien gibt es um Lernen effizienter zu gestalten? Wie macht Lernen Spaß und kann es individueller gestaltet werden? Diese Fragen treiben Michael Schlothauer eigentlich seit seinem Studium der Medieninformatik um und beschäftigen ihn seit nunmehr 11 Jahren auch bei der IMC.

Im Job-Slot verrät er was sich hinter seinem Titel verbirgt, spricht über die neuesten Lerntrends und räumt mit falschen Erwartungen auf, wo Künstliche Intelligenz beim Lernen helfen kann – und wo eben nicht.

 

  • Name: Michael Schlothauer
  • Job: Vice President Learning Solution
  • Arbeitet in: München
  • Bei IMC seit: 2008
  • Superkraft: Authentizität
  • Lieblingsessen: Entenbrustfilet mit Kartoffelbrei und Rosenkohl

Hallo Michael, du hast bei IMC im Laufe der Jahre schon in verschiedenen Bereichen der IMC gearbeitet. Wo warst du überall und was machst du heute?
Ursprünglich habe ich im Consulting angefangen, war dann im international Sales, dann wurde ich Vice President Sales Operations und seit 3 Jahren bin ich im Produktmanagement. Ich bin also schon etwas rumgekommen und hatte so Gelegenheit, viele verschiedene Kunden, IMC Abteilungen und auch Prozesse kennenzulernen.

Was genau macht sind deine Aufgaben als Vice President Learning Solutions?
Ich leite ein Team aus motivierten Mitarbeitern, die verschiedene Aufgaben haben und gemeinsam eine Lösung für unsere Kunden entwickeln. Es gibt drei Ebenen: Die Produktmanager, die Designer und die Produkt-Owner.
Vereinfach gesagt beschreiben die Produkt-Owner fachlich die Anforderungen des Kunden, stimmen es mit den Designern als sichtbare Lösung ab und das Entwicklungsteam setzt diese dann. Die Produktmanager sind die direkte Schnittstelle zum Kunden, also stellen den Kontakt her oder identifizieren Anforderungen und Bedarfe. Diese Bedarfe frühzeitig zu erkennen, hilft bei der Roadmap-Entwicklung.
Da komme ich dann ins Spiel: Ich definiere zusammen mit dem Team und dem Vorstand die Roadmap und damit die Zukunft unseres Learning Management Systems LMS, der IMC Learning Suite. Dazu muss ich mich mit den Kunden einerseits abstimmen, aber natürlich auch intern mit Kollegen und sonstigen Stakeholdern. Wir setzen dann die Roadmap auf und arbeiten diese in sogenannten "Innovation Packages" alle drei Monate iterativ ab. Dabei versuchen wir strategisch immer eine Richtung aufrechtzuerhalten und zu schauen, wo die Lerntrends hingehen.
Wir definieren zwei bis drei Säulen und alles was wir tun, dient idealerweise dazu, diesem Ziel näherzukommen und sich dem Lernen der Zukunft anzunähern. Wenn wir dabei sicherstellen, dass unsere Produkte dazu beitragen, dass unsere Kunden uns lieben, haben wir alles richtig gemacht!
In einem Satz zusammengefasst bin ich für die Teamleitung, das Releasemanagement und die strategische Themen Produktweiterentwicklung zuständig.

Du sprachst eben von Lerntrends. Welche sind das aktuell?
Der Trend geht im Moment etwas weg vom Face-to-face Training, hin zu mehr Blended Learning, es geht von Monolithen, also großen Lerneinheiten zu kleineren Learning Nuggets und ein dritter Trend geht vom Standard-Lernen zu allgegenwärtigen- und Arbeitsplatzlernen. Grundsätzlich denken wir auch, dass es in nächster Zeit immer mehr Richtung individuellem, kompetenzbasiertem Lernen gehen wird und auch das soziale und das Arbeitsplatzlernen rücken stärker in den Fokus.
Das sind die vier wesentlichen Trends, die wir für uns verortet haben und die wir mit unseren Tools und Services von Anfang bis Ende unterstützen wollen. Dann kommen natürlich noch Themen wie Künstliche Intelligenz (KI) dazu.

Welche Rolle spielt denn KI im LMS?
Wir sehen KI als einen wesentlichen Trigger der Automatisierung. Dort wo Zusammenhänge eigentlich schwer herstellbar sind und manuell auch nur sehr mühsam zu administrieren wären, kann KI sehr hilfreich sein.
Wenn du zum Beispiel in einem Forum eine Frage stellst und ich dir antworte, lernst du (hoffentlich) etwas daraus. Eine KI kann das Lernen, was bei dir stattgefunden hat tracken und im System sichtbar machen. Für Unternehmen ist es natürlich hoch interessant zu wissen, was jeder Mitarbeiter kann, und zwar insbesondere auch auf einer nicht formellen Basis, sondern eher informell. Das ist unser Ansatzpunkt der KI, diese Verknüpfungen herzustellen und transparent zu machen.

Kann KI eigentlich auch erkennen welcher Lerntyp ich bin?
Wie in vielen Bereichen des Lernmanagements kann KI auch hier unterstützen. Die Lerntyperkennung ist grundsätzlich ohne KI möglich und wird z.B. bereits seit längerem in "Lernen lernen" Ansätzen praktiziert, in der ein Lerner mehr über seinen persönlichen Lerntyp in Erfahrung bringen kann. KI hilft die Lerntypermittlung effizienter zu gestalten, in dem sie sich von manuellen Eingaben oder Tests löst. Sie kann automatisch Vorlieben und Verhaltensweisen beim Lernen ermitteln und eine Korrelation der daraus resultierenden Lernerfolge herstellen. Das Thema ist strategisch besonders wichtig in Bezug auf Effizienzsteigerung beim Lernen und auch hinsichtlich des Lernens im Bedarfsmoment.
Es geht darum, die passendsten Inhalte im richtigen Moment anzubieten. Hier gilt es die Anwendungsfälle zu identifizieren, in denen die KI nicht nur helfen kann, sondern auch nachweislich einen echten Mehrwert bietet. Um das zu erreichen müssen sich unsere Tools mit den Lerninhalten nahtlos verzahnen um die optimale Lernerfahrung zu gestalten. Das ist kein Selbstläufer, sondern man benötigt lerntypgerechte Inhaltsproduktion als wesentlicher Voraussetzung.
Die KI kann nur Lerntypen mit maßgeschneiderten Inhalten bedienen, wenn diese auch produziert und vorhanden sind. Anders gesagt: Was nicht da ist, kann nicht angezeigt werden. Es muss also ein entsprechender, möglichst aktueller Inhalt eingebunden sein, der dann vom System angezeigt wird. Dieser Inhalt sollte im Idealfall auch möglichst einfach zu erstellen sein, damit er ständig aktualisiert werden kann. Auch dies ist ein weiteres strategisches Thema, an dem wir ganz konkret mit der Entwicklung eines Autorentools arbeiten.
Ziel ist es, die Inhaltserstellung so einfach wie möglich zu gestaltenten, damit jeder Wissensträger Inhalte in das System einstellen kann. KI soll diese Inhalte dann automatisch kuratieren und lerntyp- und kompetenzgerecht empfehlen.

Spannend. Aber zurück zu den eigentlichen Fragen: Was schätzt du an deinem Job besonders?
Die Interdisziplinarität. Ich arbeite mit einem so breiten Spektrum an Menschen zusammen, von Designern, Entwicklern, Projektleitern, Kunden über Finanzleuten und Fachexperten. Das ist die große Herausforderung an meiner Schnittstelle, ich muss mit allen eine gemeinsame Sprache sprechen, die uns zum Ziel bringt.

Welche Fähigkeiten sind in deinem Job besonders wichtig?
Als erstes alle Disziplinen zu verstehen und den Zusammenhang zwischen den einzelnen Disziplinen herzustellen. Sich zweitens immer in den Dienst des Kunden zu stellen und drittens auch die anderen mit ins Boot zu holen. Wenn ich mit einem Designer rede, darf ich nicht meine persönliche Meinung wiedergeben, sondern musss mich in den Kunden hineinversetzen, aus seiner Sicht argumentieren und überlegen, wie ich es für den Kunden so einfach wie möglich machen kann. Man braucht für eine solche Stelle definitiv eine starke Kundenorientierung und die Leidenschaft dafür, den Kunden zufrieden zu stellen.

Welches Tool ist für dich unverzichtbar?
Da würde ich jetzt gar nicht auf ein spezielles Tool verweisen, sondern es geht grundsätzlich um Kommunikationsfähigkeit. Gut zu kommunizieren ist für mich das A und O und das kann höchstens durch Tools unterstützt werden. Und manchmal muss auch einfach selbst Lösungen finden, auch wenn es vielleicht nicht das perfekte Tool für den Bedarf gibt.

Auf einer Skala von 1-10, wie gut hat dein Studium oder deine Ausbildung dich auf deine jetzige Stelle vorbereitet?
Eine klare 9. Mein Studium der Medieninformatik passt perfekt auf meine Stelle, das war damals ein sehr kleiner Studiengang mit nur 20 Teilnehmern und Medienproduktion wurde direkt mit interdisziplinaren Fächern praktisch kombiniert. Ich habe damals Videodesign gemacht, Projektmanagement, Marketing und programmiert. So konnte ich sehr gut in alle Disziplinen reinschnuppern und habe zumindest einen guten Überblick erhalten. Deshalb sind Leute mit einem Hintergrund in Medieninformatik oder Educational Technology prädestiniert für meine und ähnliche Rollen.

Hast du ein berufliches oder persönliches Vorbild?
Ich finde Apple insgesamt als Konzern sehr interessant und sowohl Steve Jobs als auch den jetzigen Konzernleiter sind sehr inspirierend und visionär. Ich glaube so jemanden als Vorgesetzten zu haben ist sehr motivierend, zu solchen Menschen kann man wirklich aufschauen und sich mitziehen lassen. Ich schätze es, wenn Leute es verstehen, ihre Passion und ihre Visionen auf andere zu übertragen.

E-Books, ja oder nein?
Ich lese regelmäßig E-Books, ziehe mir aber nur die Anteile raus, die mich wirklich interessieren. Ich lade mir nur dann E-Books runter, wenn ich einen konkreten Bedarf habe und lese dann eigentlich nur fachliches. Privat mag ich richtige Bücher lieber.

Wie viel Kaffee trinkst du am Tag?
Man könnte sagen zu viel. So 4-5 Tassen.

Vielen Dank für deine Zeit und die höchst spannenden Einblicke!


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Nadine Kreutz

Communications Managerin

ich arbeite seit März 2019 im Marketing & Communication Team der IMC. Kommunikation, kreativer Content und Social Media sind meine Leidenschaft. "KISS - Keep it short and simple", lautet mein Credo. Komplexe Inhalte verständlich zu erklären und damit das Thema eLearning jedem zugänglich zu machen, sind täglich spannende Herausforderungen. Privat liebe ich es zu lesen und reise gerne und viel. Über Feedback oder Anregungen freue ich mich jederzeit: nadine.kreutz@im-c.de.


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Zufällige Fragen, regelmäßig neue Gesichter und Berufe, das ist der Job-Slot der IMC. Denn was ein Project Management Officer, ein Motion Designer oder ein New-Media Azubi den ganzen Tag machen, wissen wohl die wenigsten. Wir bringen Licht ins Dunkel und stellen MitarbeiterInnen aus allen Bereichen und Ländern vor.

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