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    Björn Schulz im Interview


6 Fragen an: Björn Schulz von Arbeit und Leben Berlin-Brandenburg


Beim diesjährigen eLearning Summit in München haben wir uns mit Björn Schulz vom Verein ARBEIT und LEBEN (DGB/VHS) Berlin-Brandenburg zum Interview getroffen.




Was begeistert Sie am eLearning Summit?

Der eLearning Summit ist eine tolle Veranstaltung, weil man aus ganz vielen verschiedenen Perspektiven Professionals und auch E-Learning Ansätze kennenlernt. Man lernt Best Practice Ansätze kennen und kann direkt mit Anwendern und Produzenten diskutieren. Es sind nicht nur Großunternehmen, die sich dort vorstellen, sondern auch kleine Unternehmen aus verschiedenen Branchen mit unterschiedlichen Perspektiven und Ansätzen. Letztlich ist es immer ein Gewinn hier zu sein.



Was stellen Sie beim Summit vor?

Beim Summit stelle ich dieses Mal das Web-based Training oder Video-based Training "eVideo" vor. Ein Tool, mit dem Beschäftigte aus verschiedenen Branchen arbeitsplatzbezogen ihre Fähigkeiten beim Lesen, Schreiben und Rechnen verbessern können.



Wie ist das Projekt entstanden?

Das Projekt geht zurück auf eine Studie, die leo. – Level-One Studie aus dem Jahr 2011 von der Universität Hamburg. Die Studie hat ermittelt, dass 7,5 Millionen Menschen in Deutschland nicht richtig lesen, schreiben und rechnen können. Das Erschreckende daran war, dass die Hälfte davon erwerbstätig ist, was bedeutet, dass sie zwar einen Job haben, aber gleichzeitig unzureichende Lese-, Schreib- und Rechen-Kompetenzen. Da liegen also Potenziale brach: Stichwort Qualität, Stichwort Fachkräfte.

Für diese Zielgruppe wollten wir ein Tool entwickeln. Nachdem der Förderantrag gestellt und bewilligt wurde, konnten wir mit der Umsetzung dieses E-Learning Tools beginnen. E-Learning deshalb, weil wir glauben, dass Beschäftigte eigentlich leichter durch E-Learning als durch einen klassischen Kurs zu erreichen sind - gerade beim Lesen, Schreiben und Rechnen.

Klassische Kurse haben größere Hürden als E-Learning und sie brauchen Raum, es muss eine abgestimmte Zeit geben. In Branchen, wo laut der leo. – Level-One Studie häufiger Menschen mit Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben oder Rechnen arbeiten, beispielsweise in der Gebäudereinigung oder Logistik, ist es unglaublich schwer, einen gemeinsamen Ort und eine Zeit zu finden. Die Leute arbeiten im Schichtbetrieb oder haben gerade 8 Stunden gearbeitet oder müssen noch 8 Stunden arbeiten. Da gibt es verständlicherweise wenig Lust, sich noch für zwei Stunden in einen Kurs zu setzen.



Welche Branchen unterstützen Sie mit Hilfe von eVideo? Und warum wurden gerade diese ausgewählt?

Das ist zum Beispiel die Logistik-Branche. Dazu zählen wir auch Berufskraftfahrer und Kurierexpress-Paketdienstleistung. Hierfür sind WBTs aktuell in der Produktion. Außerdem haben wir WBTs für das Gastgewerbe, die Gebäudedienstleistung und das Berufsbild Maschinen-/Anlagenführer entwickelt, vor allem im Bereich der metallverarbeitenden Industrie. Das sind Branchen, in denen laut leo. – Level-One Studie überdurchschnittlich viele Beschäftigte mit schwächeren Lese-, Schreibe- und Rechen-Kompetenzen beschäftigt sind. Das liegt aber auch an der Art und Weise des Arbeitsplatzes. Es ist eher physische Arbeit und der Anteil gering Qualifizierter ist relativ hoch. Dennoch ist es so, dass es auch an diesen Arbeitsplätzen viele Schreib-, Rechen- und Lese-Anteile gibt. Wie bei der Gebäudereinigung zum Beispiel, wenn sie einen Arbeitsauftrag lesen müssen oder ein Mischverhältnis berechnen sollen.



Welche Ziele haben die Lerninhalte?

Die Ziele oder die Inhalte, die wir auf dem eVideo abgebildet haben, dienen in erster Linie der Verbesserung der entsprechenden Kompetenzen. Arbeitsplatzbezogen zum Beispiel auch das schnellere Lesen einer Tabelle. Es geht tatsächlich vor allem um das schnellere Erfassen solcher Aufgaben. Schwierigkeiten beim Lesen und Rechnen heißt nicht, dass die Beschäftigten nichts können. Sie sind ja schließlich in ein Beschäftigungsverhältnis gelangt. Das heißt, sie können was. Viele haben eine Ausbildung. Es hapert eher am Verständnis von Texten, von längeren Sätzen, Haupt- und Nebensatz beispielsweise. Dieses Verständnis wollen wir verbessern, sodass eigentlich die Arbeit schneller und qualitätssicherer vonstatten geht.



Wie unterstützt die IMC Sie bei ihrem Projekt?

Die IMC entwickelt letztendlich das ganze Training technisch und führt die Video-Drehs durch. Es gibt zwei Ebenen: die Programmierebene, grafische Ebene und Gestaltung und als zweites das Drehen der Videos. Letztlich muss die IMC die Inhalte, die wir liefern, die Drehbücher und die Ideen für die Übungen, die wir konzipieren, umsetzen. So umsetzen, dass es attraktiv ist und Freude am Lernen bereitet. Darauf kommt es letztlich an.